Kategorie „Ausländischer Film“ Kameramann aus Bünde holt Gold bei Studenten-Oscars

Von dpa

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Dimitrij Schaad als Lehrer Michael Gewa in einer Szene des Films „Invention of Trust“ (undatierte Filmszene). Foto: Ahmed El Nagar/HFF München/dpaDimitrij Schaad als Lehrer Michael Gewa in einer Szene des Films „Invention of Trust“ (undatierte Filmszene). Foto: Ahmed El Nagar/HFF München/dpa

Los Angeles. Der deutsche Regisseur Alex Schaad hat bei Verleihung der Studenten-Oscars Gold in Hollywood gewonnen. Die gesamte Kameraarbeit für den Social-Media-Thriller „Invention of Trust“ verantwortete Ahmed El Nagar aus Bünde. Der Niedersachse Felix Ahrens gewann Silber.

Der Münchner Filmstudent Alex Schaad hat mit seinem Social-Media-Thriller „Invention of Trust“ den goldenen Studenten-Oscar und damit einen der begehrtesten Nachwuchspreise der US-Filmindustrie gewonnen. Hinter der Kamera stand der in Bünde aufgewachsene Ahmed El Nagar. Er studiert inzwischen an der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) München Kamera.

Der 26-jährige Alex Schaad, der seit 2013 ebenfalls Student an derselben Hochschule in München ist, erzählt die Geschichte eines jungen Gymnasiallehrers. Dieser erfährt, dass ein Unternehmen seine Internet- und Handydaten gekauft hat - und ihn damit erpresst.

Übungsfilm im Rahmen seines Regie-Studiums

„Das ist alles immer noch sehr, sehr, sehr, sehr surreal“, sagte Schaad kurz nachdem die Entscheidung öffentlich geworden war. „Wenn man den eigenen Namen im Radio hört, weiß man, dass irgendetwas sich verändert hat.“ Bei der Preisverleihung in Los Angeles wurde ihm mit dem goldenen Oscar auch noch der Preis der besten Kategorie zugesprochen.

Schaad wurde in Kasachstan geboren und kam im Alter von drei Jahren mit seinen Eltern nach Deutschland. Er wuchs in Sigmaringen („in Schwaben, im tiefsten“) auf und arbeitete nach seiner Schulzeit drei Jahre lang freiberuflich für Film, Fernsehen und Theater.

Der 30-minütige Film „Invention of Trust“ war sein zweiter Übungsfilm im Rahmen seines Regie-Studiums am Lehrstuhl von Professor Andreas Gruber, wie die Hochschule stolz mitteilte. Das Drehbuch hat er gemeinsam mit seinem Bruder Dimitrij geschrieben.

„Als wir den Film gemacht haben, haben wir schon gewusst, dass wir da etwas ganz Anständiges haben, aber für uns war es immer ein Übungsfilm im Rahmen des Studiums und nicht mehr als das“, sagte Schaad. „Er war nicht dafür vorgesehen, erfolgreich zu sein, und ich kann bis heute nicht verstehen, wie wir das große Glück haben können, dieses Echo zu bekommen. Aber es ist genau das: Zu einem immensen Teil ist es Glück und Schicksal.“

Der Erfolg mit „Invention of Trust“ habe ihm nun Türen geöffnet, durch die er aber noch gehen müsse. „Im Idealfall kann ich arbeiten“, sagt der 26-jährige Regisseur. „Das ist mein großer Wunsch. Ich liebe die Arbeit, ich finde, das ist der tollste Beruf der Welt und solange ich die Möglichkeit habe, zu arbeiten, bin ich unglaublich glücklich.“

Silber holt Felix Ahrens aus Buxtehude

Der Niedersachse Ahrens, Absolvent der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf, wurde für seinen Abschlussfilm „Am Ende der Wald“ in der Sparte „ausländischer Spielfilm“mit Silber ausgezeichnet. Der Kurzfilm handelt von einer jungen Polizistin, die einen Tschechen erschießt und sich von Schuldgefühlen geplagt in eine Falle locken lässt.


Mit den Studenten-Oscars ehrt die Akademie seit 1972 ausländische Regisseure und junge Talente von Filmhochschulen in den USA.

1.749 Nachwuchsfilmemacher aus der ganzen Welt haben ihre Filme in diesem Jahr bei der Academy of Motion Picture Arts and Sciences für die Student Academy Awards eingereicht - Rekord. Die meisten Filme stammten aus den USA, aber auch 95 ausländische Hochschulen beteiligten sich. Fünf deutsche Filmproduktionen hatten es Anfang August in die engere Wahl geschafft.

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