Anteil in Delmenhorst sehr hoch Wenig Kinderarmut im Landkreis Osnabrück und im Emsland

Von dpa

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Rund 192.000 Kinder in Niedersachsen leben in Familien, die Hartz IV beziehen. Foto: dpaRund 192.000 Kinder in Niedersachsen leben in Familien, die Hartz IV beziehen. Foto: dpa

Hannover. Rund 192.000 Kinder in Niedersachsen leben in Familien, die Hartz IV beziehen. Besonders hoch ist laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung die Kinderarmut in Delmenhorst. Im Emsland und im Landkreis Osnabrück ist sie dagegen sehr niedrig.

In Wilhelmshaven und Delmenhorst ist der Anteil der von Armut betroffenen Kinder so hoch wie nirgends sonst in Niedersachsen. Das ist das Ergebnis einer Studie der Bertelsmann-Stiftung. Demnach lebten im Jahr 2015 in Wilhelmshaven 30,9 Prozent der Kinder in Familien, die auf Grundsicherungsleistungen angewiesen sind. In Delmenhorst lag der Wert bei 30,3 Prozent. Landesweit waren es in Niedersachsen rund 192.000 Kinder, die in einem Hartz-IV-Haushalt leben. Das entspricht einer Quote von 14,6 Prozent. Damit liegt Niedersachsen etwa im Bundesdurchschnitt (14,7 Prozent).

Große regionale Unterschiede

Auffallend sind die großen regionalen Unterschiede innerhalb Niedersachsens. Am niedrigsten ist die Kinderarmut im Emsland (8,1 Prozent) sowie in den Landkreisen Osnabrück (8,6 Prozent) und Osterholz (8,7 Prozent). Das höchste Armutsrisiko haben in Niedersachsen wie auch bundesweit Kinder von Alleinerziehenden sowie Minderjährige, die in Familien mit drei und mehr Kindern leben. So wachsen die Hälfte der armen Kinder in Familien mit einem alleinerziehenden Elternteil auf, ein weiteres Viertel stammt aus kinderreichen Familien.

Bremerhaven mit traurigem Rekord

Bremen landete mit 31,6 Prozent im Ländervergleich auf Platz zwei hinter Berlin (32,2 Prozent). Einen traurigen Rekord hält die Stadt Bremerhaven. Dort sind 40,5 Prozent der Kinder von Armut betroffen – das ist der höchste Wert bundesweit, vor Gelsenkirchen (38,5 Prozent) und Offenbach (34,5 Prozent).

Die Armut der Kinder spiegele die Armut und Arbeitslosigkeit der Eltern, sagte dazu Bernd Schneider, Sprecher der Bremer Sozialsenatorin. „Bremerhaven hat ein doppeltes Strukturproblem: Zum Niedergang der Werften kommt noch die Umstellung der Hafenlogistik.“ Auch dort würden immer weniger Arbeitskräfte benötigt. Das Land Bremen sei zudem als Stadtstaat mit ähnlichen sozialen Erscheinungen konfrontiert wie Hamburg und Berlin. „Wir haben eine hohe Zahl von Alleinerziehenden, denn das ist eine akzeptierte Lebensform in der Stadt.“

Rechtsanspruch ausgeweitet

Bremen versuche, den Alleinerziehenden mit dem Ausbau der Kinderbetreuung unter die Arme zu greifen. „Denn die Statistik zeigt, dass es diesen Familien finanziell besser geht, wenn die Kinder etwas größer sind und die Alleinerziehenden wieder arbeiten gehen“, so Schneider. So habe Bremen den Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz ausgeweitet und seit mehreren Jahren die Sechs-Stunden-Betreuung eingeführt. Momentan gebe es allerdings nicht für jedes Kind einen Kita-Platz – es fehlen 600 Plätze.


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