Kommentar zum Brennelemente-Export Die Sache ist klar: Kein Uran für Gefährder

Von Christian Schaudwet

Demonstranten am 18. März 2014 auf dem AKW Fessenheim in Frankreich. Atomkraftgegner in Deutschland wollen den Export von Brennelementen dorthin stoppen. Foto: dpaDemonstranten am 18. März 2014 auf dem AKW Fessenheim in Frankreich. Atomkraftgegner in Deutschland wollen den Export von Brennelementen dorthin stoppen. Foto: dpa

Osnabrück. Immer noch liefert ein Unternehmen im emsländischen Lingen Brennelemente an französische und belgische Kernkraftwerke mit zweifelhaftem Ruf. Das schadet der Glaubwürdigkeit der Bundesregierung. Ein Kommentar.

Die Zweifel an der Rechtmäßigkeit von Kernbrennstoff-Lieferungen an berüchtigte Problemreaktoren wie die im französischen Fessenheim und im belgischen Doel sind begründet. Ein Indiz dafür, dass solche Anlagen die Sicherheit der Menschen in Deutschland gefährden, hat Bundesumweltministerin Barbara Hendricks persönlich geliefert, als sie Belgien im April bat, den Reaktor Doel 3 wegen Rissen in Druckbehältern herunterzufahren.

Die Schäden mögen inzwischen repariert sein, aber die maroden Meiler in der Nachbarschaft bleiben gefährlich. Dass Hendricks dennoch darauf besteht, dass die Lieferungen aus Deutschland weiterlaufen dürfen, ist hanebüchen und verstrahlt die Glaubwürdigkeit der Bundesregierung.

Bedarf an Brennelementen wird auch dann noch bestehen, wenn in Deutschland der letzte Atommeiler heruntergefahren ist. Frankreich wird weiter Atomstrom erzeugen, Großbritannien will neue Kernraftwerke bauen, Polen plant den Atomeinstieg.

Dennoch wird es eng für die Brennelemente-Fabrikanten und Uran-Anreicherer in Deutschland. Das Rechtsgutachten der Initiative „Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs“ erhöht den Druck auf die Bundesregierung, nicht nur der Atomstromerzeugung ein Ende zu setzen, sondern ebenso Zulieferern, die auch nach 2020 noch produzieren können.


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