Bäumer fragt zu Geo-Engineering Abgeordneter: Regierung muss Existenz von Chemtrails prüfen

Meine Nachrichten

Um das Thema Niedersachsen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Osnabrück. Gibt es nun Chemtrails, oder nicht? Und wird sogenanntes Geo-Engineering über unseren Köpfen betrieben, um Einfluss auf die Atmosphäre zu nehmen? Der CDU-Landtagsabgeordnete Martin Bäumer will das von der niedersächsischen Landesregierung wissen. Die Grünen im Parlament spotten. Doch Bäumer meint es ernst und fordert Aufklärung.

Der geballte Spott ließ den umweltpolitischen Sprecher seiner Fraktion kalt, als er im Herbst vergangenen Jahres die Landesregierung in Hannover fragte, ob es in Niedersachsen Chemtrails gebe. Er solle sich doch einen Alu-Hut aufsetzen, lautete einer die freundlicheren Empfehlungen für den Mann aus Glandorf.

Denn Chemtrails gelten schlechthin als Beispiel für Verschwörungstheorien. Chemikalien, die per Flugzeug ausgebracht werden, um Einfluss auf Klima oder Fruchtbarkeit zu nehmen, erkennbar an den vermeintlichen Kondensstreifen. Ein harter Kern glaubt nicht nur daran, sondern demonstriert auch regelmäßig dagegen.

Regierung: Keine Existenz von Chemtrails

Sie sehe keine Hinweise auf die Existenz von Chemtrails, ließ die Landesregierung Bäumer damals wissen, wollte zugleich aber nicht nachmessen, ob entsprechende Chemikalien in der Luft nachweisbar sind. Weil ihm das nicht genügte, legte Bäumer jetzt mit 19 Fragen unter dem Titel „Wie sind die Auswirkungen von ,Geo-Engineering‘ in Niedersachsen?“ nach. (Weiterlesen: Abgeordneter will’s wissen: Gibt es „Chemtrails“?)

Geo-Engineering – wieder so ein Fall für Verschwörungstheoretiker. Auch dabei geht es um Einflussnahme auf das Klima, etwa in dem CO2 aus der Atmosphäre abgesaugt oder die Sonneneinstrahlung auf die Erde gehemmt wird. Durch Alu-Schnipsel in der Luft oder großflächige Spiegel im Orbit.

Behörde will nicht nachmessen

In seiner neuerlichen Anfrage will Bäumer nun wissen, warum die Landesregierung sich weigert, die Konzentration von Aluminium, Barium und Strontium in Luft und Wasser zu messen. Das Ministerium weist in der Antwort daraufhin, dass es zum einen gesetzlich nicht vorgeschrieben sei, entsprechende Werte zu erheben. Zum anderen sei dies auch ziemlich teuer. Ein fünfstelliger Betrag wäre dafür fällig, rechnet die Behörde vor. (Weiterlesen: Chemtrails: Landesregierung Niedersachsen glaubt nicht dran)

Bäumer fordert Überprüfung

Das Argument lässt Bäumer nicht gelten. „Bei einem Gesamthaushalt des Umweltministeriums von 300 Millionen Euro sind das doch Peanuts“, sagt der CDU-Mann und kritisiert die rot-grüne Regierung: „Nur mit einer Untersuchung lässt sich das Thema ein für alle Mal aus der Welt schaffen“, findet er. „Dass sich die Landesregierung nun weigert, entsprechende Untersuchungen anzustellen, sorgt doch nur für weitere Spekulationen und erweckt den Eindruck, man habe etwas zu verbergen“. Für den kommenden Haushalt sollte Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) einen entsprechenden Posten einplanen und Untersuchungen zur Existenz sogenannter Chemtrails veranlassen, fordert Bäumer.

Niedersachsen setzt nicht auf Geo-Engineering

Immerhin wird ihm in der Antwort zugesichert: Die Landesregierung werde sich dafür einsetzen, „dass Maßnahmen des Geoengineering ohne ausreichende Erkenntnisse zur Abschätzung und Bewertung der Wirkungen, Risiken und möglichen Folgen sowie ohne international abgestimmte Regelungsmechanismen nicht eingesetzt werden.“ Zwar sei Ziel der rot-grünen Regierung in Hannover, Treibhausgas-Emissionen zu mindern. „Ansätze des Geoengineering verfolgt sie dazu nicht.“

Grüne: Bäumer bedient Esoteriker

Alles in allem ist Bäumer also erneut unzufrieden mit der Rückmeldung der Regierung. Die Grünen im Landtag zeigen wenig Verständnis für die Neugier des CDU-Abgeordneten. „Martin Bäumer ist wieder auf den Spuren der Verschwörungstheoretiker unterwegs“, sagt der umweltpolitische Sprecher Volker Bajus über seinen Kollegen. „Ich wundere mich, dass der umweltpolitische Sprecher der CDU sich mit solchen Spinnereien beschäftigt.“ Statt sich mit ernsthaften Themen wie Fracking, Energiewende oder Endlagersuche zu beschäftigen, „bedient Bäumer Esoteriker“, so Bajus. Er sagt: „Es gibt kein Geoengineering in Niedersachsen - und das wird auch so bleiben.“ Lobende Worte findet der Grüne für andere: „Mein Respekt gilt hier den Mitarbeitern des niedersächsischen Umweltministeriums, die jede noch so abstruse Anfrage fachlich fundiert beantworten.“ (Weiterlesen: Jeder Dritte glaubt an Verschwörungstheorien)

Übrigens: Erst kürzlich hatte sich auch die Landesregierung in Brandenburg mit dem Thema Chemtrails beschäftig, auch hier aufgrund einer parlamentarischen Anfrage. Wie in Hannover sieht auch die Regierung in Potsdam keine Hinweise auf die Existenz von Chemtrails. Die zunehmende Zahl der Kondensstreifen sei nicht auf Sprüh-Maßnahmen zurückzuführen, sondern auf wachsenden Flugverkehr. Die Anhänger der Theorie wird das aber wohl nicht überzeugen. (Weiterlesen: Chemtrails in Brandenburg? Land verneint ganz offiziell)


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN