Ausbau schreitet voran Digitalradio DAB+ in Niedersachsen noch ohne Privatsender

Von dpa

Die Eigenschaften des Digitalradios DAB+ hören sich toll an. In Niedersachsen läuft derzeit der Ausbau. Die landesweiten Privatsender beteiligen sich nicht. Foto: SWR - SüdwestrundfunkDie Eigenschaften des Digitalradios DAB+ hören sich toll an. In Niedersachsen läuft derzeit der Ausbau. Die landesweiten Privatsender beteiligen sich nicht. Foto: SWR - Südwestrundfunk

Osnabrück. Super Tonqualität, zahlreiche Zusatzfunktionen – die Eigenschaften des Digitalradios DAB+ hören sich toll an. In Niedersachsen läuft derzeit der Ausbau. Die landesweiten Privatsender beteiligen sich nicht.

Wer derzeit durch Niedersachsen fährt und digitales Radio hören will, muss noch oft auf den Norddeutschen Rundfunk verzichten. Der Südwesten mit großen Teilen des Emslands und des Osnabrücker Landes, aber auch der Nordosten und der Südosten mit dem Harz und Göttingen werden noch nicht mit DAB+ versorgt. Ein Teil der Lücke soll nun im Laufe des Jahres geschlossen werden, sagt kündigte NDR-Sprecher Ralph Coleman an. In der zweiten Jahreshälfte soll der Sender in Osnabrück in Betrieb gehen.

Auch die anderen weißen Flecken sollen geschlossen werden. „Es wird sukzessive ausgebaut“, sagt Coleman. Einen genauen Zeitplan kann er noch nicht nennen, immerhin aber gebe es im Großraum Hamburg die Möglichkeit, den NDR digital aus der Hansestadt zu empfangen.

Wo gibt es DAB+?

Das DAB+-Angebot erstreckt sich derzeit diagonal durch Niedersachsen von Aurich über Delmenhorst/Bremen nach Hannover und Braunschweig. In den noch nicht vom NDR abgedeckten Gebieten sind Nachbarsender wie WDR, HR, MDR oder Deutschlandfunk empfangbar.

Mit dem digitalen DAB+ können Radioprogramme rauschfrei in CD-Qualität empfangen werden. Im Gegensatz zum Streaming übers Internet benötigt man keinen Internet- oder Mobilfunkprovider, jeder kann - wie beim konventionellen analagogen Radio auch - die ausgestrahlten Sender frei empfangen. Möglich sind auch Zusatzdienste wie Hintergrundinformationen zu Sendungen. Der Ausbaustand in Deutschland ist aber von Bundesland zu Bundesland sehr unterschiedlich.

Privatsender scheuen Kosten

Die Privatsender sind in Niedersachsen derzeit noch nicht beim digitalen Rundfunk DAB+ dabei. „Alle drei landesweiten privaten Rundfunkveranstalter lehnen zum jetzigen Zeitpunkt eine Beteiligung bei DAB+ ab“, sagt Andreas Fischer, Direktor der Niedersächsischen Landesmedienanstalt (NLM). Ein Grund sei, dass die Privatsender den Ausbau selber finanzieren müssten, während die öffentlich-rechtlichen Sender Mittel aus den Rundfunkbeiträgen für den Ausbau bekommen. Der Bund fördere den Ausbau der DAB+-Versorgung nach jetzigem Stand nicht.

Erst wenige Hörer schalten in Niedersachsen die DAB+-Programme ein. Einer aktuellen Reichweitenumfrage der NLM für die Lokalsender zufolge haben von 7000 Befragten fünf Prozent angegeben, in den vergangenen vier Wochen Digitalradio gehört zu haben, sagte Fischer. So schnell würden die UKW-Sender nicht abgeschaltet. Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten geht davon aus, dass bis 2028 in Deutschland UKW läuft und dass von 2029 an die öffentlich-rechtlichen Programme über DAB+ ausgestrahlt werden, so Fischer.


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