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Mietpreise im Vergleich Ist die Miete zu hoch? – „Rentswatch“ verrät es

Von Jörg Sanders

Günstige Wohnungen sind in vielen Städten inzwischen Mangelware. Das Portal Rentswatch verrät, ob Mieter zu viel für ihre Wohnung bezahlen. Symbolfoto: dpaGünstige Wohnungen sind in vielen Städten inzwischen Mangelware. Das Portal Rentswatch verrät, ob Mieter zu viel für ihre Wohnung bezahlen. Symbolfoto: dpa

Osnabrück. In vielen Städten sind bezahlbare Wohnungen Mangelware. Vermieter verlangen vermehrt horrende Preise für Wohnraum. Das Internetportal „Rentswatch“ verrät, ob Mieter zu viel für ihre Wohnung bezahlen.

Auf dem Portal www.rentswatch.com (dt.: Mietwacht) können Nutzer Warmmiete und Wohnungsgrüße eingeben und erfahren, ob sie zu viel für eine Wohnung zahlen oder gegebenenfalls zahlen würden. Datenjournalisten der Agentur Journalism++ werteten für Rentswatch mehr als 1,2 Millionen Datensätze von Mietwohnungen in Europa aus. Anhand dieser Daten ermittelte das Team Durchschnittspreise pro Quadratmeter für Warmmieten. Basis waren Zahlen aus Immobilienportalen, die nun um Eingaben der Nutzer der Anwendung ergänzt werden – sofern diese zustimmen.

„Weit über dem Durchschnitt“

Beispiel: 500 Euro Warmmiete für 50 Quadratmeter ergeben einen Durchschnittspreis von 10 Euro pro Quadratmeter. Im Vergleich wäre das günstig – zumindest günstiger als die Durchschnittspreise in der Datenbank. Gibt der Nutzer nun noch Osnabrück als Wohnort an, ändert sich das Bild. Nun heißt es: „Deine Miete liegt weit über dem Durchschnitt!“ Rentswatch zufolge basiert diese Aussage auf der Auswertung von 403 Wohnungen in Osnabrück und einem Umkreis von zwei Kilometern.

Teilweise geringe Datenbestände

Auch für andere Städte in unserer Region ist ein Vergleich möglich – allerdings mit teilweise noch geringen Datenbeständen (Ankum: 11 Wohnungen; Bad Essen: 4; Bersenbrück: 14; Bohmte: 5; Bramsche: 26; Bremen: 645; Delmenhorst: 161; Fürstenau: 6; Lingen: 107; Melle: 0; Meppen: 25; Oldenburg: 481; Papenburg: 32; Quakenbrück: 16). Für einige Orte ist der Datenbestand zu niedrig, um eine Aussagekraft zu haben.

2595 Euro für 75 Quadratmter

Für Hamburg und Berlin liegen auf Rentswatch bereits einsehbare Vergleichszahlen vor, die keine eigenen Eingaben erfordern, sortiert nach Stadtteilen. In Hamburg etwa liegt Blankenese mit 15,40 Euro an der Spitze, vergleichsweise günstig ist da Finkenwerder am Ende der Skala mit 11,10 Euro pro Quadratmeter. Bei den gelisteten Metropolen in Europa liegt Zürich an der Spitze: Im achten Kreis verlangen Vermieter durchschnittlich 34,60 Euro pro Quadratmeter. Bei einer 75-Quadratmeterwohnung ergibt das eine Warmmiete von 2595 Euro.

Rentswatch wie auch Journalism++ verdienen eigenen Angaben zufolge nichts an der Anwendung. Finanziert wurde sie durch das Medieninnovationszentrum Babelsberg. Die Förderung läuft über sieben Monate.

Zahlen Sie zu viel? Hier geht es zum Vergleich.

Höchstpreise und Niedrigstpreise in europäischen Städten (€/m²):

  • Zürich: 34,60/28,30
  • Paris: 34,10/26,10
  • Genf: 33,50/23,20
  • Amsterdam: 23,70/22,40
  • Kopenhagen: 19,90/19,40
  • Rom: 17,40/11,10
  • Wien: 15,50/11,60
  • Warschau: 15,50/6,50
  • Hamburg: 15,40/11,10
  • Barcelona: 14,70/9,70
  • Madrid: 14,70/7,80
  • Berlin: 14,30/8,50
  • Brüssel: 13,90/9,80
  • Prag: 11,10/7,30

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