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24.04.2016, 11:33 Uhr KOMMENTAR

TTIP-Demo in Hannover bleibt friedlich: Ein guter Anfang

Kommentar von Klaus Wieschemeyer

Demonstrationsteilnehmer mit Plakaten und bunten Kostümen bei der Demonstration gegen TTIP. Foto: dpaDemonstrationsteilnehmer mit Plakaten und bunten Kostümen bei der Demonstration gegen TTIP. Foto: dpa

Die Großdemonstration zehntausender TTIP-Gegner in Hannover am Samstag ist weitgehend störungsfrei verlaufen. Das ist gut so.

In Zeiten großer Aufgeregtheiten und aufgeheizter Debatten ist es leider längst keine Selbstverständlichkeit mehr: Zehntausende Menschen, die politisch klar ihr Missfallen äußern, dabei aber persönlich entspannt und offen bleiben. Wer einmal die mit latenter Aggressivität aufgeladene Stimmung bei einer mittelgroßen Pegida-Demo erlebt hat, konnte sich am Samstag in Hannover wie in einem demokratischen Kurort fühlen. Selbstverständlich ist das nicht:

Denn die Ablehnung von TTIP ist bei den Gegner längst aufgeladen mit der Gewissheit, antidemokratisch über den Tisch gezogen zu werden. Und auch in der Kritik sind sich die verschiedenen Gruppen alles andere als einig: Manche sehen bei TTIP lediglich Transparenz- und Umsetzungsdefizite eines an sich löblichen Freihandelsabkommens. Andere lehnen das gesamte Konstrukt rundweg als Ausbund internationalisierter frühkapitalistischer Ausbeutung ab.

Es ist bemerkenswert, dass die Demonstranten in Hannover trotz dieser riesigen Unterschiede in den eigenen Positionen so friedfertig geblieben sind. Es wurde viel miteinander diskutiert und wenig geschrien. Das war ein guter Anfang für das Obama-Wochenende in der Stadt. Bleibt zu hoffen, dass diese Art des sachlichen Umgangs miteinander in Hannover in den nächsten Tagen erhalten bleibt.


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