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Millionenschaden im Landkreis Vechta Feuer bei Wiesenhof in Lohne: Unternehmen meldet sich zu Wort


Osnabrück. Der Großbrand beim Geflügelfleischproduzenten Wiesenhof in Lohne, Landkreis Vechta, beschäftigt nach wie vor die Feuerwehr. Zwischenzeitlich hat das Unternehmen ausführlicher Stellung zu den Ereignissen von Ostermontag bezogen.

In einer Mitteilung heißt es, dass derzeit noch nicht klar sei, wann die Schlachtung am Standort wieder aufgenommen werden könne. Man gehe davon aus, dass das jedenfalls in den nächsten Wochen nicht der Fall sein werde. Einstweilen würden Tiere - die Schlachtleistung in Lohne lag bei 370.000 Hähnchen am Tag - in anderen Betrieben geschlachtet. Die PHW-Gruppe, zu der die Marke Wiesenhof gehört, beschäftigt nach eigenen Angaben etwa 1600 Menschen am Standort in Lohne. Die Beschäftigten würden am Nachmittag im Zuge einer Mitarbeiterversammlung über den aktuellen Stand informiert.

Abgesehen von zwei Leichtverletzten kamen bei dem Großbrand am Ostermontag keine Menschen zu schaden. Es hätten sich nur wenige Mitarbeiter in den Gebäuden aufgehalten, erklärt Wiesenhof dazu. Diese seien rechtzeitig evakuiert worden. Tiere seien an dem Feiertag ohnehin nicht geschlachtet worden. In Lohne wird für die Marke „Oldenburger Geflügelspezialitäten“ produziert.

470 Feuerwehrleute im Einsatz

Zur Ursache des Feuers, das gegen 13 Uhr ausgebrochen war, kann Wiesenhof keine Angaben machen. Auch die Schadenshöhe sei noch nicht absehbar. Die Polizei hatte zuvor von einem zweistelligen Millionenbetrag gesprochen. 470 Feuerwehrleute aus der gesamten Region waren am Montag im Einsatz, um den Brand zu bekämpfen. Das Unternehmen bedankte sich in der Mitteilung für deren Einsatz.

Auch am Dienstagmorgen wurden Anwohner aufgefordert, Fenster und Türen weitgehend geschlossen zu halten. Der Schlachthof grenzt direkt an ein Wohngebiet. Helfer leuchteten in der Nacht das Werksgelände mit Strahlern aus. Mit Baggern und Radladern wurden Rolltore geöffnet, um in die ausgebrannten Hallen zu gelangen. Die Feuerwehr setzte ein spezielles Gemisch aus Löschschaum und Wasser ein, um immer wieder aufflackernde Brandherde an verschiedenen Stellen zu löschen.

Bereits am Samstag Zwischenfall

Bereits am Samstag war die Feuerwehr wegen eines Zwischenfalls auf das Werksgelände des Geflügelproduzenten ausgerückt. In einer Produktionshalle war Ammoniakalarm ausgelöst worden. Das Gebäude musste daraufhin geräumt werden. Die Ursache des Ammoniakaustritts ist noch nicht geklärt. Ob das Feuer am Montag auch in dieser Halle brannte, war zunächst unklar.

Am Standort Lohne hatte Wiesenhof zuletzt täglich etwa 370.000 Tiere pro Tag geschlachtet. Vor gut einem Jahr richtete bereits ein Feuer in einer Hähnchenschlachtanlage des PHW-Konzerns in Bayern einen Schaden in zweistelliger Millionenhöhe an. Im niederbayerischen Bogen stand damals eine 2400 Quadratmeter große Werkshalle in Flammen. (Weiterlesen: Wiesenhof stockt Schlacht-Kapazitäten (teils) auf)

Der Geflügelfleisch-Marktführer PHW um die Marke Wiesenhof beschäftigt alleine in Lohne rund 1600 Mitarbeiter. An allen Standorten ist im letzten Geschäftsjahr die Zahl der Mitarbeiter von 5000 auf 6600 gestiegen. Der Konzern profitierte im vergangenen Jahr von einer gestiegenen Nachfrage. Der Umsatz des Gesamtkonzerns lag eigenen Angaben zufolge bei 2,38 Milliarden Euro und der Absatz von Geflügel-Spezialitäten auf 689.609 Tonnen.


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