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Zum 1. August Coca-Cola will Standorte in Bremen und Oldenburg schließen

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Coca Cola will die Standorte in Bremen und Oldenburg schließen. Foto: dpaCoca Cola will die Standorte in Bremen und Oldenburg schließen. Foto: dpa

Bremen/Oldenburg. Coca-Cola will die beiden Standorte in Bremen und Oldenburg schließen. Es soll ein neues Vertriebszentrum im Großraum Bremen entstehen.

Mit einer Pressemitteilung hat die Gewerkschaft NGG am Dienstag auf die geplante Schließung hingewiesen. Während der Klausurtagung des Coca-Cola Verkaufsgebietsausschusses Nord sei die Nachricht bekannt gemacht worden.

„Gewinnmaximierung vor Wohl der Mitarbeiter“

Thorsten Zierdt, Gewerkschaftssekretär der NGG (Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten), teilt mit, dass von der Schließung mehr als 400 Mitarbeiter betroffen wären. „Mit Bestürzung haben die Betriebsräte die weitergehende Arbeitsplatzvernichtung durch den Getränkeriesen Coca-Cola zur Kenntnis genommen“, heißt es in der Mitteilung. Es werde deutlich, dass die Gewinnmaximierung vor dem Wohl der Mitarbeiter und dem Erhalt der Arbeitsplätze stehe, schreibt Zierdt, zumal das Verkaufsgebiet Nord eines der profitabelsten in ganz Deutschland sei.

Bereits mehrere Standorte geschlossen

Coca-Cola stellt sich in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen neu auf. Mehrere Standorte, darunter Osnabrück und Haselünne wurden bereits im vergangenen Jahr geschlossen. Damals hieß es jedoch noch, dass die Traditionsstandorte Bremen und Oldenburg erhalten bleiben sollen .

Neuer zentraler Logistikstandort geplant

Coca-Cola-Unternehmenssprecher Martin Gosen bestätigte die geplante Schließung zum 1. August 2016 nach Anfrage unserer Redaktion. Geplant seien die Schließung beider Standorte sowie ein neuer Logistikstandort im Großraum Bremen. Die Logistikaufgaben der beiden Traditionsstandorte sollen an einem neuen, zentralen Standort zusammengefasst werden. Teile der Verwaltung sollen nach Hamburg verlagert werden. Wo dieser neue, zentrale Standort sein wird, ließ Coca-Cola noch offen. Dazu Sprecher Gosen: „Wir befinden uns in der Sache noch mitten in den Planungen und können noch nicht sagen, wo der neue Standort entstehen wird.“ Es werde voraussichtlich noch mehrere Wochen dauern, bis der Ort für das neue Logistikzentrum benannt werden könne.

„Reaktion auf Marktentwicklung“

„Mit den Schließungen reagieren wir auf Marktentwicklungen, die permanent voranschreiten“, sagt Gosen. „Der Produktionsstandort in Bremen ist relativ alt und aufgrund seiner Lage in einem Wohngebiet nicht ausbaufähig“, erklärt er weiter. Deshalb verlege man die Produktion in Zukunft auf die größeren Standorte mit deutlich mehr Produktionsstraßen in Mölln und Hildesheim. Die geplanten Veränderungen betreffen laut Coca-Cola in Bremen 319 von 369 Arbeitsplätzen, in Oldenburg sind 41 von 65 Stellen betroffen. Der Außendienst bleibe unberührt.

Der neue Vertriebsstandort im Großraum Bremen soll rund 90 Arbeitsplätze bieten. Laut Gosen bemühe man sich, den betroffenen Mitarbeitern alternative Stellen innerhalb des Unternehmens in Aussicht zu stellen. Älteren Mitarbeitern sollen Altersteilzeitverträge angeboten werden. Sollte dies nicht möglich sein, sollen Abfindungen gezahlt werden. Die Gespräche mit den Arbeitnehmervertreten starten laut Coca-Cola in den nächsten Tagen.

Standort Bremen schon 1948 gegründet

Der Standort Bremen, bereits im Jahr 1948 gegründet, ist bislang sowohl Produktions, als auch Vertriebsstandort. Mit seinen rund 43.000 Quadratmetern Betriebsfläche an der Hemlinger Bahnhofstraße bildete der Standort bis vor einigen Jahren den Hauptsitz des Verkaufsgebietes Nord, bevor dieser nach Hamburg umzog. Der Standort Oldenburg wurde zehn Jahre später gegründet. Mit 31.300 Quadratmetern ist er ein reiner Vertriebsstandort ohne eigene Produktion.

NGG: „Werden Standorte nicht kampflos aufgeben

Gewerkschaftssekretär Thorsten Zierdt kündigte auf der Klausurtagung an, dass die NGG und die Coca-Cola-Betriebsräte die Standorte nicht kampflos aufgeben werden.


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