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Keine Einigung bei Verhandlungen Caritas-Tarife für pädagogische Berufe scheitern

Die Tarifverhandlungen für die Erzieherinnen in Caritas-Einrichtungen in Niedersachsen sind gescheitert. Foto: Michael GründelDie Tarifverhandlungen für die Erzieherinnen in Caritas-Einrichtungen in Niedersachsen sind gescheitert. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Keine Einigung bei der Caritas: Die Tarifverhandlungen für die rund 13000 Erzieherinnen, Sozialpädagogen und Heilpädagogen in niedersächsischen Behinderten-Einrichtungen und Beratungsstellen der Caritas sind ergebnislos vertagt worden. (Die Kitas sind nicht betroffen.)

Die Arbeitgeberseite bedauert das Scheitern der Gespräche – die Mitarbeiterseite übte Kritik. Sie forderte eine durchschnittliche Lohnerhöhung von 3,5 Prozent rückwirkend zum 1. Juli 2015 und eine weitere Erhöhung von 4,5 Prozent rückwirkend zum 1. Januar. Die Dienstgeberseite bot eine durchschnittliche Erhöhung der Bezüge um 3,5 Prozent zum 1. August dieses Jahres.

Dienstgeber wollen Lohnerhöhung um acht Monate verschieben

Die Arbeitsrechtliche Kommission des Deutschen Caritasverbandes hatte im Dezember eine durchschnittliche Lohnsteigerung von 3,5 Prozent zum 1. Januar beschlossen. Dieser Beschluss muss in den sechs Regionalkommissionen der Caritas umgesetzt werden. Dabei ist eine Abweichung von 15 Prozent nach oben oder unten möglich. Die Caritas-Dienstgeber in Niedersachsen wollten die Lohnerhöhung um acht Monate verschieben. Der nächste Schritt zur Einigung ist nun die Anrufung des Vermittlungsausschusses. Wann das Gremium tagen wird, ist aber ungewiss.

Der Verhandlungsführer der Dienstgeber-Seite, Werner Negwer, bedauerte das Scheitern der Verhandlungen. „Die Forderungen der Mitarbeiterseite waren dermaßen weit von den Möglichkeiten entfernt, die unsere Einrichtungen haben, dass wir heute zu keiner Einigung kommen konnten.“

„Schlechtere Vergütung in der Behindertenhilfe“

Negwer begründete die vorgeschlagene Verschiebung der Lohnerhöhung mit der Finanzierung der Einrichtungen in Niedersachsen. Ein Großteil der Beschäftigten sei in der Behindertenhilfe beschäftigt, die in Niedersachsen wesentlich schlechter als in anderen alten Bundesländern vergütet werde. „Wir sehen keine andere Möglichkeit, die wirtschaftlichen Zwänge unserer Einrichtungen und den Wunsch nach einer angemessenen Vergütung der Mitarbeitenden zusammenzubringen“, betonte Negwer.

Arbeitnehmer: Widerstand gegen deutliche Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe

Für die Arbeitnehmer erklärte Alfred Sliwinski: „Die Ziele der Mitarbeiter nach einer deutlichen Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe stießen auf Widerstand der Arbeitgeber.“ Sie hätten eine Anhebung der Arbeitszeit von 39 auf 40 Stunden gefordert. „Dieses hätte die angebotene finanzielle Aufwertung zum großen Teil zunichte gemacht.“ Teilzeitbeschäftigte hätten sogar mit weniger Geld rechnen müssen.

Eine weitere Verhandlung sei in der nächsten Sitzung der Regionalkommission Nord am 30. März möglich. In der Regionalkommission Nord der Caritas verhandeln je sechs Vertreter von Dienstgeber- und Mitarbeiterseite (so heißen bei der Caritas Arbeitgeber und Arbeitnehmer) aus Niedersachsen und Bremen. Das Gremium ist zuständig für die Bistümer Osnabrück und Hildesheim und den Offizialatsbezirk Oldenburg.


In der Regionalkommission Nord der Caritas verhandeln je sechs Vertreter von Dienstgeber- und Mitarbeiterseite (so heißen bei der Caritas Arbeitgeber und Arbeitnehmer) aus Niedersachsen und Bremen. Das Gremium ist zuständig für die Bistümer Osnabrück, Hildesheim und den Offizialatsbezirk Oldenburg. In diesem Bereich arbeiten nach Caritas-Angaben rund 40000 Mitarbeiter, davon etwa 13000 im Sozial- und Erziehungsdienst. Die Beschlüsse der Regionalkommission müssen mit einer Drei-Viertel-Mehrheit gefasst werden.

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