Porno-Player und BKA-Trojaner Erpressung via Smartphone – Polizei warnt vor „Ransomware“

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Die Polizei warnt vor schädlicher Software auf Smartphones. Die Cyberkriminellen versuchen damit, Geld von den Handybesitzern zu erpressen. Foto: imago stock&peopleDie Polizei warnt vor schädlicher Software auf Smartphones. Die Cyberkriminellen versuchen damit, Geld von den Handybesitzern zu erpressen. Foto: imago stock&people

yjs/pm Osnabrück. Die Polizei Osnabrück warnt vor schädlicher Software auf Smartphones, die derzeit im Umlauf ist. Die Cyberkriminellen versuchen damit, Geld von den Handybesitzern zu erpressen.

Wie funktioniert die Software? Konkret warnt die Polizei vor „Ransomware“. Diese Art von Software befällt einen Computer oder ein Smartphone, eine Weiternutzung ist ohne Weiteres nicht möglich. Stattdessen steht im Sperrbildschirm der Hinweis, das Gerät sei beispielsweise vom Bundeskriminalamt (BKA) wegen illegaler Handlungen gesperrt worden. Erst die Zahlung eines Geldbetrages, etwa 100 Euro via Paysafe-Codes, einem elektronischen Zahlungsmittel nach dem Prepaid-Prinzip, hebe die Sperre des Handys auf. Daher nennt man diese Software auch Lösegeld-Trojaner.

Der Polizei in Osnabrück zufolge kommen wiederholt Geschädigte mit einem solch gesperrten Handy zu ihnen. In der Regel handele es sich dabei um Geräte mit dem Betriebssystem Android. Angeblich habe das BKA das Gerät wegen einer illegalen Handlung gesperrt, mit 100 Euro könne der Besitzer sein Handy entsperren. Die Polizei rät: unter keinen Umständen zahlen! Denn es handele sich um Erpressungsversuche von Cyberkriminellen. Daher sollten die Betroffenen die Tat anzeigen. „Sie sind Geschädigter einer Straftat und nicht der Täter“, schreibt die Polizei in einer Mitteilung.

Wie kommt die Software aufs Handy? Die Schadsoftware kann auf verschiedenen Wegen auf das Smartphone gelangen. Häufig hätten sich die Nutzer auf gefährlichen Seiten eine App heruntergeladen, die eine Anwendung zu kopieren versucht. Vermehrt soll eine Player-Software verantwortlich sein, die angeblich zum Anschauen von Pornofilmen auf Smartphones nötig ist. Doch statt des Players installiert der Nutzer Schadsoftware. Auch über Links in Messengerdiensten oder per SMS können Handynutzer zu schädlichen Downloads geführt werden. So gab es bereits angebliche DHL-Benachrichtigungen über zuzustellende Pakete.

Wie schützt man sich davor? Apps sollten lediglich aus den offiziellen App-Stores heruntergeladen werden. Da es bei Googles Playstore kaum eine Kontrolle über die eingestellte Apps gibt, sollte jedes Smartphone über ein Anti-Viren-Programm haben, das eine Vielzahl von Trojanern erkennt. Unseriös wirkende Links im Internet gilt es zu meiden.

Was tun, wenn es zu spät ist? Ist das Handy bereits durch einen Trojaner gesperrt, kann es helfen, das Gerät auf den Werkszustand zurückzusetzen. Das ist ärgerlich und zeitaufwendig. Da dabei auch Daten verloren gehen, sollten Smartphone-Nutzer regelmäßige Backups von ihren Daten erstellen, die sie beispielsweise in einer Cloud (Online-Speicher) speichern.


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