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Im Watt gestrandet Fähre nach Zwangspause im Watt vor Juist wieder flott

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Die Fähre „Frisia II“ steckt vor Juist wegen Niedrigwasser im Watt fest. Symbolfoto: Eilbertus Stürenburg/dpaDie Fähre „Frisia II“ steckt vor Juist wegen Niedrigwasser im Watt fest. Symbolfoto: Eilbertus Stürenburg/dpa

Osnabrück. Nach einer mehrstündigen Zwangspause auf dem Wattboden vor der Nordsee-Insel Juist ist die Fähre „MS Frisia II“ mit 650 Passagieren an Bord wieder flott.

Die Fähre war Dienstagfrüh auf halber Strecke zwischen Juist und dem Festlandhafen auf Schlick festgelaufen. Gefahr bestand nach Reederei-Angaben nicht. Das Schiff wird noch am Abend am Festland erwartet.

Das extreme Winterwetter sorgte für Störungen im Verkehr. Aufgrund des Ostwindes herrschtw zwischen Juist und Norddeich so starkes Niedrigwasser, dass 650 Passagiere auf der Fähre „Frisia II“ im Watt feststecken. Viele Nordsee-Touristen mussten ihren Urlaub unfreiwillig verlängern.

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Fähren stehen still

Neben der Odyssee des durch Blitzeis blockierten Intercitys in Ostfriesland, dem zwischenzeitlichen Stillstand des Busverkehrs in der Region und der temporären Einstellung des Bahnverkehrs, war auch der Fährverkehr von den Wetterkapriolen betroffen. Am Montag war die Verbindung von und nach Juist wegen des zu niedrigen Wasserstands eingestellt worden. Am Dienstag brachten ab 6.45 Uhr fünf außerplanmäßige Fähren am frühen Morgen Hunderte Gäste nach Norddeich. „Vier Schiffe haben es mehr oder weniger problemlos geschafft, die Frisia II ist im Schlick aufgelaufen“, sagte der Fahrdienstleiter der Reederei, Ralf Ackermann. An Bord des 63,5 Meter langen Schiffes waren 650 Passagiere und rund ein Dutzend Besatzungsmitglieder. Sie warteten auf das nächste Hochwasser am Abend.

Brötchen und Suppe

Dieses Warten wurde für viele an Bord lang. „Wir werden zwar verpflegt. Aber nach drei Stunden wurde auch das Wasser knapp. Es gab belegte Brötchen und Suppe“, berichtete Kathrin Lührs telefonisch von Bord der „Frisia II“. Die 26-Jährige wollte von ihrem Juist-Urlaub zurück aufs Festland. An Bord seien nur wenige Insulaner gewesen, die meisten Passagiere waren Urlauber. Auch viele Schwangere seien auf dem Schiff gewesen. „Das Service-Personal tut sein Bestes. Die können ja auch nichts dafür“, sagte Lührs.

Schiff liegt auf Wattboden

„Wir brauchen nur die sprichwörtliche Handbreit Wasser unterm Kiel. Dann könnten wir uns mit Motorenkraft freischwimmen“, sagte Ackermann vor der Weiterfahrt. „Da könnte das Hochwasser gerade so reichen.“ Allerdings drückte Ostwind seewärts, da fällt das Hochwasser schon mal niedriger aus. Es war also Millimeter-Arbeit, immerhin wiegt das Schiff einige hundert Tonnen.

Die Lage war aber nicht dramatisch. Das Schiff liegt platt auf dem Wattboden. Es bestand keine Gefahr, dass es kippt. Das Fahrgastschiff hat einen Tiefgang von etwas mehr als einem Meter.

Passagierin Lührs kritisierte allerdings den Fährablauf. Zum einen hätten die Passagiere in Juist teils eineinhalb Stunden bei eisiger Kälte am Hafen stehen müssen. Und dann sei die „Frisia II“, das größte der fünf Schiffe mit dem größten Tiefgang, zuletzt von Juist losgefahren und habe damit das Niedrigwasser erwischt. „Das war nicht so clever.“ Etwa 30 Minuten sei man gefahren, als die Fähre aufs Watt aufgelaufen sei. „Wir sind nicht weit gekommen.“ Laut NDR-Informationen sollten insgesamt etwa 2000 Urlauber von Juist ans Festland gebracht werden. Die letzte reguläre Fähre zum Festland war am Sonnabend um 4 Uhr früh gefahren.

Bahnverkehr eingestellt

Urlauber, die es nach Norddeich schafften, kamen von dort nicht weiter. Weder die Bahn, noch die Busse fuhren. Die Bahn hatte den Verkehr zwischen Emden und Norddeich wegen Eisregens komplett eingestellt.

Inselbewohner am Festland gestrandet

Nicht nur der Weg von Juist ans Festland war nur mit Glück zu bewältigen. Auch umgekehrt war es schwierig. Einige Inselbewohner waren am Festland gestrandet. „Wir sind seit Sonntag hier. Die Flüge nach Juist sind komplett gestrichen. Wir warten nun auf Tauwetter“, sagte Gisela Reuter (58), die auf Juist als Verwaltungsangestellte arbeitet. Sie und ihr Lebensgefährte Ulrich Paul (65) hatten dabei noch Glück und bekamen ein Zimmer im Hotel Reichshof in Norden. Das Hotel ist fast ausgebucht, auch durch viele Juist-Rückkehrer, die noch auf ihr Gepäck warteten, das auf der „Frisia II“ verstaut ist.

Die Inselflieger, die bei normalen Wetterbedingungen fast stündlich den Fünf-Minuten-Flug von Norddeich nach Juist absolvieren, warten auf Wetterbesserung. „Derzeit geht nichts. Die Start- und Landebahn ist völlig vereist“, hieß es bei den Inselfliegern. Wärmer werden sollte es erst am Donnerstag oder Freitag.

(mit dpa)


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