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Ermittlungen dauern an Frachterunfall: Vermutlich Totalschaden an Friesenbrücke


hsz/tbo/ma/cass Weener. Nach dem Schiffsunfall an der Friesenbrücke bei Weener am Donnerstagabend scheint ein Neubau wahrscheinlich.

Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis sagte am Freitagvormittag auf Anfrage unserer Redaktion, dass der Zugverkehr zwischen Leer und dem niederländischen Groningen auf unbestimmte Zeit unterbrochen ist. „Das wird wohl eine längere Geschichte“, so Meyer-Lovis. Zwischen Leer und Bad Neuschanz sei ein Busersatzverkehr für die betroffene niederländische Arriva-Bahnlinie eingesetzt.

Die Sperrung des Flusses im betroffenen Bereich für den Schiffsverkehr dauert derweil noch an. Nach Angaben von Reinhard de Boer von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung sind derzeit Experten vor Ort, um die Schwere der Beschädigung zu untersuchen. „Wir gehen nicht davon aus, dass die Ems sehr langfristig gesperrt wird. Derzeit wird sichergestellt, dass keine Teile der Brücke in der Fahrrinne liegen und inwiefern wir das Bauteil, das bei den Überführungen der Kreuzfahrtschiffe der Meyer Werft herausgehoben wird, jetzt noch herausheben können.“ Wie lange die Sperrung für den Schiffsverkehr noch andauere könne er derzeit noch nicht sagen, so de Boer.

Frachter zurück im Papenburger Hafen

Nach Angaben der Wasserschutzpolizei war der Frachter „Emsmoon“ Donnerstag gegen 18 Uhr aus dem Papenburger Hafen ausgelaufen und seewärts unterwegs, als er gegen 18.40 Uhr die Brücke in Weener rammte. Die Klappe, mit der die Brücke für Durchfahrten von Schiffen mit höheren Aufbauten geöffnet wird, wurde durch die Kollision stark verbogen. Der Frachter hatte sich derart verkeilt, dass es mit dem Schlepper „Gerd Bliede“ zunächst nicht gelang, den Havaristen zu bewegen. Beamte der Bundespolizei, die ebenfalls im Einsatz waren, räumten aus Sicherheitsgründen die Brücke. Der Schlepper hat die „Emsmoon“ nach Papenburg zurückgebracht. Sie hat dort im Industriehafen festgemacht, wo derzeit ebenfalls Ermittlungen laufen.

Volker Saalbach von der Wasserschutzpolizei Emden sagte am Freitagvormittag, er könne Medienberichte, wonach falsche Absprachen zwischen dem Frachterfahrer und den Mitarbeitern an der Eisenbahnbrücke Ursache für die Havarie sei, „weder bestätigen, noch dementieren“. Derzeit sind Experten an Bord der „Emsmoon“ im Papenburger Hafen damit beschäftigt Maschinendaten und Sprachaufzeichnungen des Funkverkehrs auszuwerten. „Wir gehen davon aus, dass wir Ende der kommenden Woche mehr zur Unfallursache wissen“, so Saalbach.

Die „Emsmoon“ mit Heimathafen Saint John’s gehört zur Flotte der Papenburger Grona Shipping GmbH und fährt unter der Flagge von Antigua und Barbuda. Sie wurde im Jahr 2000 bei der Ferus Smit-Werft in den Niederlanden erbaut und ist mit 4563 BRZ vermessen. Der Frachter ist etwa 112 Meter lang und 15 Meter breit. Bei einem Tiefgang von 4,20 Meter erreicht das Stückgutschiff eine maximale Geschwindigkeit von 12,4 Knoten.


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