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Gesetz für Niedersachsen Rauchmelderpflicht ab 2016: Das müssen Sie wissen


Osnabrück. Bis Anfang 2016 müssen Vermieter ihre Wohnungen in Niedersachsen mit Rauchwarnmeldern ausstatten – ausnahmslos. Fragen und Antworten zum Thema.

Ab wann gilt die Rauchmelderpflicht? Bereits seit dem 20. März 2012 gibt es eine Rauchwarnmelderpflicht, die seit November 2012 auch für Neubauten in Niedersachsen gilt. Für Bestandsbauten gibt es eine Übergangsfrist, die Ende dieses Jahres endet. Bis dahin müssen Vermieter ihre Wohnungen mit Rauchmeldern ausstatten. Auch Wohnungs- und Hauseigentümer müssen ihr Zuhause entsprechend ausstatten. (Weiterlesen: Karlsruhe prüft Mieterklage gegen Rauchmelder „Star“)

Wo müssen Rauchwarnmelder angebracht sein? Rauchwarnmelder sind ab 2016 Pflicht in allen Kinder- und Schlafzimmern sowie Fluren, die für Aufenthaltsräume als Fluchtweg dienen. Die entsprechende Norm empfiehlt jedoch Rauchmelder in allen Räumen außer der Küche und des Bades, da Wasserdämpfe Fehlalarme auslösen könnten. „Ich empfehle, auch im Wohnzimmer einen Rauchwarnmelder anzubringen“, sagt Klaus Fiening, Experte vom Vorbeugenden Brandschutz der Feuerwehr Osnabrück. Denn schließlich könne auch das Wohnzimmer für Besuch zum Schlafraum werden. Ausnahme sind Wohnzimmer mit Kamin oder Ofen.

Welche Anforderungen müssen Rauchwarnmelder erfüllen? Der Vermieter kann entscheiden, ob er günstige oder hochwertige Rauchwarnmelder installiert. Wichtig ist nur: Rauchwarnmelder müssen der Norm DIN14676 entsprechen und eine VdS-Zulassung haben, sagt Fiening. Die Norm DIN14676 regelt Planung, Einbau, Betrieb und Instandhaltung der Rauchmelder. Sie schreibt eine mindestens jährliche Funktionskontrolle der Melder vor.

Rauchmelder: Günstig oder teuer?

Günstige Geräte haben eine 9-Volt-Batterie, die etwa nach einem Jahr ausgetauscht werden muss. Fiening empfindet diese Geräte als eher lästig, „denn die piepen ja immer nachts“. Solche Melder sind für wenige Euro im Baumarkt zu kriegen. Fiening empfiehlt hochwertigere Geräte für etwa 20 bis 30 Euro mit einer Lithiumbatterie, erkennbar am „Q“-Qualitätszeichen für Langlebigkeit. Diese halten etwa zehn Jahre. Danach muss das gesamte Gerät ausgetauscht werden. Aber auch der günstige Rauchmelder mit einer 9-Volt-Batterie verdrecke im Laufe der Zeit und sollte nach spätestens zehn Jahre ausgetauscht werden, sagt Fiening.
Dem Vermieter ist es überlassen, welche Geräte er verbaut. „Aber besser günstig als gar keiner“, sagt der Feuerwehrmann. Schließlich täten auch die günstigen Modelle ihren Dienst.
Zur Anbringung empfiehlt der Experte Magnethalterungen. So kann der Rauchmelder problemlos abgenommen werden. Denn ein Rauchwarnmelder höre erst dann auf zu piepen, wenn die Umgebung rauchfrei ist, erläutert der Experte. Bei einem Fehlalarm müsse man einen angeschraubten Warnmelder erst abmontieren, erklärt Fiening den Vorteil der Magnetlösung. „Und es kostet im Baumarkt nur 3 Euro.“

Wer ist für die Wartung der Rauchmelder zuständig? Per Gesetz sind Eigentümer und Vermieter zuständig für die Installation der Rauchmelder. Für die Wartung sind die Mieter aber selbst zuständig. Dazu gehören Funktionstests und gegebenenfalls Batteriewechsel. Übernimmt der Vermieter diese Aufgabe, kann er die Kosten über die Nebenkostenabrechnung auf die Mieter umlegen.

Wo sitzt der Rauchmelder korrekt? Rauchwarnmelder gehören an die Zimmerdecke und sollten möglichst in der Mitte des Raumes angebracht werden, sagt Fiening. Die maximale Einbauhöhe betrage sechs Meter. Gute Geräte könnten einen 60 Quadratmeter großen Raum abdecken.

Wer zahlt bei Fehlalarm des Rauchmelders? Durchschnittlich zweimal pro Woche werde die Osnabrücker Feuerwehr zu privaten Häusern und Wohnungen wegen eines piependen Rauchwarnmelders gerufen, sagt Fiening. Häufig seien es Nachbarn, die piepende Rauchmelder in der leeren Nachbarwohnung hörten. „Das sind eigentlich immer Fehlalarme“, sagt der Experte. Kosten müssten aber weder die Mieter noch die Anrufer fürchten. „Dies wäre auch nicht im Sinne der Feuerwehren und des Gesetzgebers“, hatte Christian Ehlert von der Osnabrücker Berufsfeuerwehr unserer Redaktion bereits im Februar versichert.


Tipps von der Stadt Osnabrück zum Rauchmelderkauf als PDF zum Herunterladen

Informationen zur Rauchmelderpflicht von der Stadt Osnabrück als PDF zum Herunterladen

Tipps von der Osnabrücker Feuerwehr für die Weihnachtszeit als PDF zum Herunterladen

Auszug aus der Niedersächsischen Bauordnung (NBauO) vom 3. April 2012, § 44: Wohnungen

(5) In Wohnungen müssen Schlafräume und Kinderzimmer sowie Flure, über die Rettungswege von Aufenthaltsräumen führen, jeweils mindestens einen Rauchwarnmelder haben. Die Rauchwarnmelder müssen so eingebaut oder angebracht und betrieben werden, dass Brandrauch frühzeitig erkannt und gemeldet wird. In Wohnungen, die bis zum 31. Oktober 2012 errichtet oder genehmigt sind, hat die Eigentümerin oder der Eigentümer die Räume und Flure bis zum 31. Dezember 2015 entsprechend den Anforderungen nach den Sätzen 1 und 2 auszustatten. Für die Sicherstellung der Betriebsbereitschaft der Rauchwarnmelder in den in Satz 1 genannten Räumen und Fluren sind die Mieterinnen und Mieter, Pächterinnen und Pächter, sonstige Nutzungsberechtigte oder andere Personen, die die tatsächliche Gewalt über die Wohnung ausüben, verantwortlich, es sei denn, die Eigentümerin oder der Eigentümer übernimmt diese Verpflichtung selbst. (Quelle: NBauO)

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