67 neue Züge werden angeschafft 600 Millionen Euro für Bremer Straßenbahn

Generalüberholt werden zehn Bahnen des Typs GT8N1 - wie die abgebildete. Ältere Züge werden ersetzt. Foto: Martin KowalewskiGeneralüberholt werden zehn Bahnen des Typs GT8N1 - wie die abgebildete. Ältere Züge werden ersetzt. Foto: Martin Kowalewski

Bremen. Der Senat hat am Dienstag die Anschaffung von 67 neuen Straßenbahnen sowie die Generalüberholung von zehn Zügen beschlossen. 2019 soll der Betrieb der neuen Fahrzeuge beginnen.

Ursprünglich sollten 77 neue Straßenbahnen angeschafft werden, doch nach Angaben der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) ist auch diese Lösung technisch gut umsetzbar. „Durch die Generalüberholungen in den Werkstätten der BSAG wird ein Teil des Auftrags in Bremen gehalten“, so Bürgermeister Carsten Sieling (SPD). Die Neuanschaffung eines Straßenbahnzuges schlägt mit drei Millionen Euro zu Buche, die Generalüberholung mit 1,5 Millionen Euro.

210 Millionen Euro werden für den Kauf der neuen Straßenbahnen vom Finanzressort angesetzt. Eine für den Einsatz moderner Straßenbahnen notwendige Modernisierung von BSAG-Betriebshöfen ist mit 50 Millionen Euro veranschlagt. Zu den Kosten von 260 Millionen Euro kommen noch 121 Millionen Euro Zinsen hinzu für einen Kredit, der bis 2053 laufen soll. „Das ergibt 380 Millionen Euro. Dazu kommen noch 220 Millionen Euro für Reparaturen und Abschreibungen bei der BSAG, womit sich ein Gesamtvolumen von 600 Millionen Euro ergibt“, sagte Finanzsenatorin Karoline Linnert (Grüne). „Davon wird der Senat zwei Drittel, also 400 Millionen Euro bereitstellen, ein Drittel kommt von der BSAG.“

Investitionslücke seit 90ern

Der Verkehrssenator Joachim Lohse (Grüne) betonte die Notwendigkeit dieser Investition. „Wir haben lange von der Substanz gelebt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde viel in die Infrastruktur gesteckt bis in die 90er. Dann wurde das zurückgefahren“, so Lohse. „Jetzt muss wieder investiert werden.“ In Bremen könne man zudem froh sein über jeden, der Straßenbahn fährt und sein Auto stehen lässt. „Das Verkehrsvolumen an Straßen vorzuhalten, wäre noch teurer“, sagte Lohse.

Bei der BSAG werden nun die Ausschreibung des Auftrags, die Generalüberholungen und Modernisierungen vorbereitet. „Der operative Betrieb mit den ersten neuen Bahnen wird wohl im Winter 2018/2019 beginnen, in 2019 dann der Serienzulauf“, sagte BSAG-Sprecher Hajo Müller. „Bis dahin tun wir alles um die Verfügbarkeit unserer Bahnen zu erhalten. Im Oktober mussten wir leider ein paar Einschränkungen im Fahrplan machen.“

Bis zehn Jahre alte Züge werden überholt

Für die Generalüberholung sind ausschließlich Bahnen des Typs GT8N1 vorgesehen, die ab 2005 gebaut wurden. Die an der jeweiligen Vorderfront zu sehenden Fahrzeugnummern dieser moderneren Züge im BSAG-Fuhrpark beginnen mit den Ziffern 31. Ersetzt werden die älteren Züge des Typs GT8N aus den 90ern, deren Fahrzeugnummern mit 30 beginnen. Durch die Neuanschaffung will die BSAG auch Geld sparen, da neue und modernere Straßenbahnen länger halten und weniger reparaturanfällig sind.


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