Von Harle nach Wangerooge Inselpilot soll ohne Lizenz Passagiere geflogen haben

Von dpa

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Ohne gültige Lizenz soll ein Berufspilot jahrelang Passagiere von Harle (Kreis Wittmund) zur Insel Wangerooge befördert haben. Foto: dpaOhne gültige Lizenz soll ein Berufspilot jahrelang Passagiere von Harle (Kreis Wittmund) zur Insel Wangerooge befördert haben. Foto: dpa

Harle/Aurich. Über den Wolken mag grenzenlose Freiheit sein, aber unten am Boden müssen die Papiere stimmen. Nun soll ein Pilot bei seiner Lizenz geschummelt haben - und ist seinen Job vorerst los.

Ohne gültige Lizenz soll ein Berufspilot jahrelang Passagiere von Harle (Kreis Wittmund) zur Insel Wangerooge befördert haben. Die Staatsanwaltschaft Aurich ermittelt jetzt gegen ihn wegen des Verdachts der Urkundenfälschung und wegen Fliegens ohne entsprechende Lizenz, sagte eine Sprecherin am Freitag. Das hatte zuvor auch der Hörfunksender NDR 1 Niedersachsen berichtet. ( Aktuelle Nachrichten aus Niedersachsen finden Sie in unserem Ticker >> )

Ein Superpilot

Die Fluggesellschaft reagierte überrascht. „Der Mann war ein Superpilot“, sagte Geschäftsführer Olaf Weddermann von der Gesellschaft FLN Frisia Luftverkehr Norddeich. Dort ist der Pilot erstmal seinen Job los, obwohl der Mann bis dahin als sehr zuverlässig und beliebt galt.

Der Schwindel soll nach dem NDR-Bericht aufgeflogen sein, nachdem eine Fernsehreportage über die Inselflieger ausgestrahlt wurde, in der auch der Pilot zu Wort kam. Bei den Flügen nach Wangerooge bringen ein- und zweimotorige Maschinen bis zu neun Fluggäste in wenigen Minuten über das Wattenmeer.

Lizenz gefälscht

Der Mann habe offenbar eine Fluglizenz für Berufspiloten bekommen, die aber nur eingeschränkt bis Juli 2007 gültig gewesen sei, sagte Oberstaatsanwältin Katja Paulke in Aurich. Danach, so der Verdacht, soll der Pilot seine Lizenz gefälscht und sie beim Luftfahrtbundesamt eingereicht haben. Bei einer Anklage und Verurteilung drohten dem Mann eine Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren wegen Verstoßes gegen das Luftverkehrsgesetz und bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe wegen Urkundenfälschung.


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