Bremer wird Mitglied der IAA Physiker Lämmerzahl in Raumforschungsgremium berufen

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Herr über jede Menge Hochtechnologie ist Claus Lämmerzahl als Leiter des Bremer Raumforschungsinstituts ZARM. Foto: ZARMHerr über jede Menge Hochtechnologie ist Claus Lämmerzahl als Leiter des Bremer Raumforschungsinstituts ZARM. Foto: ZARM

Bremen. Gute Nachricht für die Raumfahrtmetropole an der Weser: Der Bremer Forscher Claus Lämmerzahl ist in ein internationales Expertengremium berufen worden. Der Wissenschaftler freut sich auf die Zusammenarbeit mit Raumforschern aus aller Welt.

Claus Lämmerzahl hat bereits die schriftliche Mitteilung bekommen, im Oktober gibt es dann die Ernennungsurkunde. Der geschäftsführende Direktor des Zentrums für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) der Universität Bremen wurde für seine Verdienste in den Weltraumwissenschaften zum korrespondierenden Mitglied der International Academy of Astronautics (IAA) gewählt.

Die IAA widmet sich der Förderung der internationalen Zusammenarbeit in der zivilen Raumfahrt. Die rund 150 korrespondierenden Mitglieder stehen der IAA mit ihrem Fachwissen zur Seite und äußern sich zu technischen, wissenschaftlichen und auch politischen Fragestellungen im Bereich der internationalen Raumfahrt.

Lämmerzahl ist mit Leib und Seele theoretischer Physiker und widmet sich der Gravitationsforschung. Er freut sich nach eigenem Bekunden darauf, der IAA zukünftig mit seinem Wissen beratend zur Seite stehen zu können. Der in der Nähe von Konstanz geborene Lämmerzahl nahm in der Stadt am Bodensee 1975 sein Physikstudium auf. Seit etwa zwölf Jahren arbeitet er in der Raumfahrtmetropole Bremen.

Zurzeit beschäftigt sich Lämmerzahl mit extrem gekühlten Atomen. Deren Temperatur liegt nur ganz knapp über dem absoluten Nullpunkt. Sie reagieren sehr empfindlich auf geringste Kräfte. Mit ihnen lassen sich beispielsweise aus dem Weltraum heraus Messungen der Erdoberfläche durchführen. Auf dieses Forschungsgebiet, genannt „Quantensensorik“, erkennt Lämmerzahl großes Entwicklungspotenzial in den kommenden Jahren. Auch bei der Vermessung anderer Planeten und der Entwicklung extrem genauer Atom-Uhren eröffne diese Technik spannende Perspektiven.

Manchmal berechnet der Physiker im ZARM auch die Bahnen von Sternen und schwarzen Löchern und sucht nach alternativen physikalischen Theorien. So prüft er stets wieder aufs Neue, ob die bestehenden Theorien wirklich die bestmöglichen sind.

Die Raumfahrt werde sich auch zukünftig in besonderem Maße der Beobachtung der Erde widmen, meint Lämmerzahl. Dabei würden sehr große Datenmengen erzeugt. Bei der Auswertung kämen auch soziale Aspekte und Zusammenhänge ins Spiel, glaubt Lämmerzahl. „Darum wird die wissenschaftliche Begleitung der Raumfahrt zunehmend durch die Zusammenarbeit vieler Disziplinen erfolgen.“

Bei der IAA wird sich der Physiker auch mit Forschern etwa aus Russland, China und Indien austauschen. Sorgen um die Zusammenarbeit zwischen Russland und den USA macht er sich trotz Ukraine-Krise nicht. Die internationale Raumfahrt bewege sich in den langfristigen Bahnen von Fünf-Jahre-Plänen. „Russen arbeiten mit Amerikanern auf der Internationalen Raumstation zusammen, und Amerikaner fliegen mit Sojus-Raketen hoch. Das ist alles vertraglich gesichert“, sagt Lämmerzahl. Ein Andauern die Krise könnte aber künftige Projekte behindern.


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