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Überschwemmung nach Regen Unwetter in Niedersachsen: Flüchtlingsunterkunft evakuiert

Von dpa

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Friedland. Nach schweren Regenfällen muss bei Friedland eine Flüchtlingsunterkunft mit 200 Menschen evakuiert werden. Auf der A38 löst das Unwetter einen Erdrutsch aus.

Eine Unterkunft von knapp 200 Flüchtlingen in der Gemeinde Friedland (Landkreis Göttingen) ist in der Nacht zum Montag überschwemmt worden. Nach starken Regenfällen stand die Turnhalle mit Feldbetten etwa einen halben Meter unter Wasser, wie der Sprecher des Landkreises Göttingen, Ulrich Lottmann, berichtete. „Die Leute mussten tief durch das Wasser gehen, manche mit einem Kind auf dem Arm und einem Koffer in der Hand. Sie hatten Angst“, beschrieb Lottmann die Lage. „Es war ein echter Notfall.“ (Weiterlesen: Starkregen sorgt in der Region für volle Keller )

Die Menschen, die überwiegend aus dem Irak und aus Syrien geflohen sind, wurden noch in der Nacht in eine naheliegende Schule gebracht. Helfer versorgten sie mit Essen und Getränken, betreuten sie medizinisch sowie psychologisch. Unter den Flüchtlingen sind Lottmann zufolge viele junge Männer, aber auch Familien mit kleinen Kindern sowie ältere Menschen. „Viele von ihnen sind traumatisiert.“ Da auch der untere Bereich der Schule unter Wasser steht und die Ferien bald enden, sollen die Flüchtlinge schnell in eine Turnhalle in der Gemeinde Rosdorf (Landkreis Göttingen) gebracht werden.

Von Unwetter überrascht

Die knapp 200 Frauen, Männer und Kinder sollten ursprünglich beim Erstaufnahmelager für Flüchtlinge in Friedland unterkommen. Da dieses stark überfüllt ist, wurden viele Menschen auf Turnhallen verteilt, wie Lottmann erklärte. Eine der Turnhallen ist die von dem Unwetter betroffene in Groß Schneen in der Gemeinde Friedland. Das Landesaufnahmelager in Friedland ist eine erste Anlaufstelle für die Flüchtlinge. Von dort werden sie auf die Kommunen verteilt. „Viele Menschen sind erst ein paar Wochen hier“, sagte Lottmann.

Von dem Unwetter wurde die Gemeinde überrascht. „Das war nicht vorhersehbar“, erklärte der Gemeindesprecher. Die Evakuierung sei schnell passiert, Verletzte habe es keine gegeben. Am Mittag musste allerdings der Notarzt anrücken, da eine Frau einen Schwächeanfall erlitt. Sie erholte sich Lottmann zufolge schnell.

In der Nacht zum Montag kam es in Südniedersachsen vielerorts zu Überschwemmungen. Auch im Erstaufnahmelager Friedland hatten Helfer mit Wassermassen zu kämpfen. Mehrere Zelte ohne festen Boden hielten den Unwettern nicht stand und mussten geräumt werden. Die Flüchtlinge wurden Lottmann zufolge auf die Einrichtung verteilt. „Sie wurden in andere Räume oder auf Gänge gebracht.“

Blitz schlägt in Auto ein

An der Autobahn 38 lösten die schweren Regenfälle in der Nacht zum Montag einen Erdrutsch aus. In Höhe des Heidkopftunnels bei Göttingen rutschte auf einer Länge von 25 bis 50 Metern Erdreich auf die Fahrbahn. „Verletzt wurde niemand. Die Aufräumarbeiten dauern noch an. Der Tunnel ist gesperrt“, sagte ein Feuerwehrsprecher.

In Brohme im Landkreis Gifhorn schlug ein Blitz in ein Haus ein und löste einen Zimmerbrand aus. Nach Angaben der Polizei Braunschweig wurde ein Mensch dabei verletzt. Das Haus ist bis auf Weiteres nicht bewohnbar. Auf der Autobahn 2 schlug bei Rennau (Landkreis Helmstedt) ein Blitz in ein fahrendes Auto ein. Die vier Insassen kamen mit einem Schrecken davon. Der Wagen war nach dem Einschlag allerdings nicht mehr fahrtüchtig.


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