Der Ringelschwanz bleibt dran Tierschutzprämie: 115.000 Schweine profitieren

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Der Ringelschwanz eines Hausschweins: Bei rund 115.000 Mastschweinen in Niedersachsen könnte er künftig dran bleiben. Foto: dpaDer Ringelschwanz eines Hausschweins: Bei rund 115.000 Mastschweinen in Niedersachsen könnte er künftig dran bleiben. Foto: dpa

Osnabrück. Beim niedersächsischen Landwirtschaftsministerium sind in den vergangenen Wochen 249 Anträge für die neu geschaffene Tierschutzprämie eingegangen. Unserer Redaktion sagte Agrarminister Christian Meyer (Grüne), dies sei ein „deutliches Signal“, dass sich Niedersachsens Landwirte für mehr Tierschutz einsetzen wollen.

„Fast 600000 Legehennen und weit mehr als 115.000 Mastschweine werden vom Tierschutz-Engagement ihrer Halter profitieren: keine kupierten Schwänze, keine abgeschnittenen Schnäbel“, betonte Meyer.

Die Prämie hatte das Agrarministerium für den Bereich der Legehennen- und der Schweinehaltung ausgelobt. Innerhalb der Antragsfrist erklärten sich 234 Legehennenhalter bereit, auf das Kürzen der Schnäbel bei den Tieren zu verzichten. Erfüllen sie die Voraussetzungen, entfallen auf diesen Bereich demnach Fördermittel von einer Million Euro. Pro Schnabel bekommen sie 1,70 Euro. Mit insgesamt 1,9 Millionen Euro können die 116 Schweinehalter rechnen, deren Tiere nicht länger die Ringelschwänze kupiert bekommen. Pro Schwein erhalten sie 16,50 Euro.

Fördergeld reicht für alle Anträge

Meyer sagte: „Gemeinsam werden wir beweisen, dass mehr Tierwohl möglich ist.“ Die Schnäbel und Schwänze der Tiere waren bislang manipuliert worden, um Kannibalismus im Stall einzudämmen. Sollten die Voraussetzungen erfüllt sein, so der Grünen-Politiker weiter, könnten alle Antragssteller mit Finanzmitteln rechnen. Das eingeplante Fördergeld reiche aus. Für beide Maßnahmen stehen 28 Millionen Euro bis 2020 bereit.

In der ersten Runde beteiligen sich laut Meyer „erstaunlich viele Landwirte aus der konventionellen Landwirtschaft“.

Unterdessen kündigte der Handelskonzern Rewe an, ab 2017 über seine Eigenmarken kein Frischfleisch von Schweinen zu verkaufen, die zuvor betäubungslos kastriert worden sind. Die Prozedur passe „einfach nicht mehr in die heutige Zeit“, so der Konzern. Das deutsche Tierschutzgesetz sieht ein Verbot der umstrittenen Praxis erst ab 2019 vor.

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