Besonderes Programm zum Fest Bremer Stadionbad feiert 90. Geburtstag mit Meerjungfrauen

Nicht nur hübsch anzusehen: Mit ihrer Monoflosse verwandelt sich Isabel Gutwein in eine Meerjungfrau. Der besondere Schwimmstil ist sehr anstrengend. Foto: Martin KowalewskiNicht nur hübsch anzusehen: Mit ihrer Monoflosse verwandelt sich Isabel Gutwein in eine Meerjungfrau. Der besondere Schwimmstil ist sehr anstrengend. Foto: Martin Kowalewski

Bremen. Das Bremer Stadionbad ist 90 Jahre alt geworden. Das zusammen mit dem Weserstadion geplante Bad hat eine ereignisreiche Geschichte hinter sich. Zum Geburtstag aalten sich Meerjungfrauen im Wasser.

Am Samstag wurde der Geburtstag mit einem besonderen Programm gefeiert. Zu Gast waren neben zahlreichen Besuchern auch Tatjana Gutwein und ihre Tochter Isabel. Sie brachten jungen Schwimmerinnen bei, wie man mit einer Monoflosse, mit der die Schwimmerinnen wie Meerjungfrauen aussahen, durchs Wasser gleitet. „Der eigentliche Stil wird unter Wasser geschwommen. Dabei muss man eine Schwingbewegung aus der Hüfte heraus machen“, sagte die Physiotherapeutin Tatjana Gutwein. „Junge Mädchen finden diesen Schwimmstil toll, weil sie dabei in die Rolle eines anderen Wesens aus einer Fantasiewelt schlüpfen können.“

Anstrengender Stil

Tochter Isabell schwimmt seit zwei Jahren mit der Meerjungfrauenflosse und schafft eine ganze Bahn in diesem Stil. „Das ist wirklich richtig anstrengend“, sagte die 15-Jährige. Die Neulinge schwammen zwar mehr über als unter dem Wasser, waren aber dennoch begeistert. „Das ist toll!“, oder „So schwer ist das gar nicht!“, riefen sie aus dem Becken.

Splash-Diving-Show begeistert

Auch eine Splash-Diving-Show hatten die Badbetreiber organisiert. Die Springer kamen aus ganz Deutschland, der Schweiz und Österreich und hatten ein Trampolin auf dem Zehn-Meter-Turm installiert, um eine lange Falldauer zu erreichen. „Normal fällt man die zehn Meter in 1,9 Sekunden. Mit dem Trampolin kann man diese Zeit um ein bis zwei Sekunden verlängern“, sagte Adrian Wiegert aus dem Schweizer Kanton Zug. Die Sprünge waren spektakulär: Kombinationen aus Salti und Schrauben, vorwärts und rückwärts.

Bewegte Geschichte

Auch die Geschichte des Stadionbades hat es in sich. Am 8. August 1935 wurde es eröffnet. Zuvor hatte es immense Proteste von Anwohnern gegeben, die um ihre Ruhe besorgt waren. Hinter dem Bau und Betrieb des Bades stand der Allgemeine Bremer Sport- und Turnverein (ABTS). Die Anlage war damals auf dem modernsten Stand. Da sich der ABTS mit dem Bau finanziell überlastet hatte, übernahm der Verein Weserstadion das Bad 1929.

Hochwasserkatastrophe

Die NSDAP nutzte die Anlagen später für Aufmärsche, wodurch es zu erheblichen Schäden kam. Der bremische Staat musste die Anlagen übernehmen. Trotz Bombenschäden blieb das Bad auch während des Zweiten Weltkrieges in Betrieb. 1951 wurde das Schwimmbad mit einem großen Umbau erweitert. Am 17. Februar 1962 verursachte die Hochwasserkatastrophe einen Schaden von 70000 DM.

In den 1970er-Jahren schwammen viele Frauen oben ohne. 1982 fand die erste Beach-Party im Stadionbad statt. In den späten 90er-Jahren begann die Ära der Open-Air-Veranstaltungen. 2006 wurde das Nichtschwimmerbecken in ein Naturwasserbecken umgewandelt. 2008 fand die erste Splash-Diving-Show statt.