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10.08.2015, 12:00 Uhr TEMPOLIMIT

Runter vom Gas! Tempo 30 in Städten reicht aus

Kommentar von Sven Kienscherf

Es ist Zeit für Tempo 30 in der Stadt, meint unser Kommentator. Foto: Marcus AlwesEs ist Zeit für Tempo 30 in der Stadt, meint unser Kommentator. Foto: Marcus Alwes

Osnabrück. Die Forderung des ADFC nach einem generellen Tempo 30 in Städten ist nicht neu und auch nicht originell. Sie ist einfach nur vernünftig. Ein Kommentar.

Es ist bewiesen, dass viele Unfälle zu vermeiden wären, wenn die Geschwindigkeit auf deutschen Straßen reduziert würde – auch und gerade in den Städten. Allerdings gibt es mit Ausnahme der Grünen und einer Reihe von Sozialdemokraten bisher nicht viele Politiker, die sich dafür einsetzen.

Das ist leicht zu erklären: Viele fürchten den gemeinen Wähler, dem das Auto angeblich näher ist als die Vernunft. Die spannende Frage ist allerdings, ob es diesen Wähler überhaupt noch gibt. Fast jeder Autofahrer steigt regelmäßig auch aufs Rad und hat im Zweifel keine Lust, bei der Spazierfahrt zur Eisdiele überfahren zu werden.

Doch es geht nicht nur um die Radfahrer: Noch größer dürfte die Angst sein, dass die eigenen Kinder auf dem Weg zur Schule oder zum Kindergarten verunglücken.

Fakt ist zudem: Schon jetzt schafft es kein halbwegs vernünftiger Autofahrer, in der Stadt Tempo 50 zu fahren. De facto liegt die Durchschnittsgeschwindigkeit irgendwo bei knapp 30 Stundenkilometern und manchmal auch darunter.

Verkehrsminister Dobrindt hat angekündigt, mehr Tempo-30-Zonen vor Schulen und Kindergärten möglich zu machen. Das ist ein Anfang, aber eben nicht einmal der halbe Weg.


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