Geldauflage gegen Mitarbeiter Nach Ölunfall in Etzel: Verfahren wird eingestellt

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In Etzel waren im November 2013 insgesamt 40.000 Liter Öl ausgelaufen. Foto: dpaIn Etzel waren im November 2013 insgesamt 40.000 Liter Öl ausgelaufen. Foto: dpa

Etzel. Nach dem Erdöl-Unfall an einem unterirdischen Speicher im ostfriesischen Etzel hat die Staatsanwaltschaft Aurich jetzt die Ermittlungen abgeschlossen. Gegen einen verbleibenden Beschuldigten wurde das Verfahren gegen eine Auflage zur Zahlung von 40.000 Euro an gemeinnützige Einrichtungen vorläufig eingestellt.

Die Ermittlungen richteten sich gegen vier führende Mitarbeiter der Betreibergesellschaft IVG Caverns. Gegen drei der Beschuldigten ist laut Mitteilung der Staatsanwaltschaft Aurich jedoch kein strafrechtlich relevanter Vorwurf zu erheben. (Weiterlesen: Anwohner misstrauen Behörden nach Ölunfall in Ostfriesland)

40.000 Liter Rohöl ausgelaufen

Bei dem Vorfall am 16. und 17. November 2013 waren auf dem Verteilerplatz des Kavernenspeichers in Etzel insgesamt 40.000 Liter Rohöl ausgelaufen. Das Öl sei den Ermittlern zufolge aus einem offenstehenden, der Entlüftung dienenden Hahn auf dem Betriebsgelände ausgetreten. Dies blieb zunächst unbemerkt. Ein Fahrradfaherer hatte den Unfall zufällig bemwerkt und Alarm geschlagen. Mehrere Hunderttausend Liter Wasser und umliegendes Erdreich wurden verseucht. Technisches Hilfswerk und Feuerwehr konnten verhindern, dass sich das Öl bis ins Wattenmeer ausbreitete.

Vorsätzliches Handeln?

Unter welchen Umständen der Hahn geöffnet wurde, konnten die Ermittler nicht mehr feststellen – sie schließen weiterhin ein vorsätzliches oder fahrlässiges Handeln nicht aus. Die Betreibergesellschaft selbst ging zwischenzeitlich von Sabotage aus.

Einstellung des Verfahrens

Als einziger Vorwurf blieben nun die fehlenden, beziehungsweise unzureichenden Sicherheitsvorkehrungen gegen ein unberechtigtes Betreten des Geländes und eine unberechtigte Betätigung des Hahns übrig. Vor diesem Hintergrund habe das Amtsgericht Wittmund jetzt der von der Staatsanwaltschaft beantragten Einstellung des Verfahrens zugestimmt. Zahlt der Beschuldigte die 40.000 Euro innerhalb eines Monats an vier gemeinnützige Organisationen im Landkreis Wittmund, wird das Verfahren endgültig eingestellt.

Weitere Ermittlungen

Ermittlungen gegen Mitarbeiter des Landesamts für Bergbau dauern unterdessen noch an. Dabei handele es sich um ein gesondertes Verfahren, so die Staatsanwaltschaft.


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