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Insgesamt 220 Personen betroffen Giftiges Paket lässt Hochzeit bei Leer fast platzen

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Was mit dem Brautkleid der Braut passiert, konnte die Polizei nicht sagen. Zwischenzeitlich brach die Frau in Tränen  aus. Foto: nonstopnewsWas mit dem Brautkleid der Braut passiert, konnte die Polizei nicht sagen. Zwischenzeitlich brach die Frau in Tränen aus. Foto: nonstopnews

ski/bjb Osnabrück. Statt mit ihren Gästen zu feiern, musste ein Hochzeitspaar in Westerstede (Landkreis Ammerland) sich am Samstag zunächst dekontaminieren lassen. Das Brautkleid landete in einem Plastiksack. Auslöser war ein giftiges Paket, aus dem Natriumselenit ausgetreten war.

Am Morgen hatte das Pärchen ein Paket empfangen, das zuvor in einem Warenverteilzentrum des Deutschen Paketdienstes (DPD) im ostfriesischen Uplengen gelagert wurde. Dort war es zuvor zu einem Unfall gekommen, bei dem giftiges Natriumselenit aus einem beschädigten Paket ausgetreten war. Mitarbeiter hatten über Atembeschwerden geklagt. Natriumselenit kann Atemwegsbeschwerden und Hautirritationen auslösen.

Rund 50 Pakete standen im Verdacht, möglicherweise kontaminiert zu sein. In einem Gespräch mit unserer Redaktion sagte der Bürgermeister der Gemeinde Uplengen, Enno Ennen, dass insgesamt 220 Personen von einer möglichen Vergiftung betroffen waren. „Das Paket ist auf seinem Weg über das Transportband und das Paketfahrzeug mit mehreren Paketen in Berührung gekommen, die wiederum mit Mitarbeitern der Paketzentrale und Empfängern in Kontakt kamen“, erklärt Ennen, „das hätte böse enden können.“

Ein Krisenstab wurde eingerichtet. Die Betroffenen mussten sich an einer Sammelstelle in Remels melden: darunter auch die Braut und der Bräutigam. Sie mussten die Kleidung, die sie anhatten, als sie das Paket entgegennahmen, abgeben und sich unter einer Dekontaminations-Dusche desinfizieren. Verletzte gab es nach Angaben des Bürgermeisters keine.

Brautkleid in luftdichten Plastiksack gepackt

Die Polizei hatte das Brautpaar nach Angaben der Bild-Zeitung nach der Trauung auf dem Standesamt informiert. Das Brautkleid, dass die Braut zu dem Zeitpunkt trug und das nach Angaben der Bild-Zeitung 900 Euro kostete, landete zunächst in einem luftdichten Plastiksack. Das bestätigte Lars Zengler, Sprecher der Polizeiinspektion Leer/Emden am Montagmorgen gegenüber unserer Zeitung. Ob noch weitere Gäste der Hochzeit von den Maßnahmen betroffen waren, konnte er nicht sagen. Auch das weitere Schicksal des Brautkleids ist bisher unklar. Laut Bürgermeister Ennen würde eine Probe des Giftes derzeit analysiert. Das Ergebnis erwarte man im Laufe dieser Woche. „Es handelt sich um eine kristallartige Konsistenz, wie Mehl“, sagt Ennen, „von glatten Oberflächen kann man die leicht entfernen, wie es sich bei Kleidung verhält, wird das Ergebnis der Untersuchung zeigen.“

Dessert für das Hochzeitspaar

Die Braut hatte der Bildzeitung gesagt: „Uns wurde gesagt, die Kleidung wird vernichtet. Wir waren mit den Nerven völlig am Ende.“ Zwischenzeitlich brach die Frau in Tränen aus. Hary Feldmann, Geschäftsführer vom DRK Rettungsdienst Leer konnte am Montagmorgen zunächst nicht sagen, was mit der verwahrten Kleidung passiert.

Laut Bild-Zeitung kam das Hochzeitspaar mit vier Stunden Verspätung zur Hochzeit. Vom Essen hätten sie nur noch das Dessert gekriegt, sagte demnach die Braut. Dafür sei noch bis in die Nacht gefeiert worden.

Mit Material der dpa


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