Studenten stellen Rennwagen vor 18000 Besucher beim Open Campus der Uni Bremen

Batterie-Leistung für 20 Kilometer: Mit diesem Rennauto will das Team „Bremergy“ bei Wettkämpfen fahren. Foto: Martin KowalewskiBatterie-Leistung für 20 Kilometer: Mit diesem Rennauto will das Team „Bremergy“ bei Wettkämpfen fahren. Foto: Martin Kowalewski

Bremen. 18000 Besucher haben am Samstag bei der Veranstaltung Open Campus einen Einblick in die zahlreichen Tätigkeitsbereiche der Bremer Uni bekommen. Interesse bekundeten viele Jugendliche und Eltern am Ausbildungsbetrieb Uni.

In 40 Pagoden präsentierten sich Fachbereiche, Institutionen und universitäre Projekte den rund 18000 Besuchern. Dazu kamen 90 Führungen, 20 Vorträge sowie Labore und Workshops für Kinder.

Uni-Rektor Bernd Scholz-Reiter freute sich über die große Resonanz. „Dies zeigt, wie gut die Uni in der Stadt verankert ist, und dass unser breites Angebot sowohl an Studiengängen und Ausbildungsplätzen als auch als Forschungsinstitution besonderes Interesse hervorruft.“

Interesse an Ausbildungen

In diesem Jahr nutzten besonders viele Jugendliche mit ihren Eltern den Open Campus, um sich über mögliche Studiengänge und Berufsausbildungen an der Uni zu informieren. „Die Leute sind oft überrascht, dass wir überhaupt ausbilden. Wir haben hier 100 Azubis an der Uni“, sagte Silke Rosiak, Koordinatorin für Praktikums- und Ausbildungsplätze. Besonders viel Interesse herrsche an den Ausbildungen zu Chemie- und Biolaboranden, zum Fachinformatiker oder im Bereich Handwerk. „Wir brauchen hier Leute, die teamfähig sind“, sgate Dagmar Schernus, Leiterin des Kanzlerreferats. „Das ist nicht bloß ein Spruch. Die müssen mit Menschen aus aller Welt zurechtkommen. Wir gucken sehr genau, was die vorher gemacht haben.“

Rennauto mit Batterie

International tätig werden will auch das Team von Bremergy. 50 Studenten der Bremer Uni haben ein Rennauto gebaut. Das Fahrzeug sieht für den Laien wie ein Formel-1-Wagen aus. Es soll in der Klasse der Studentenautos, der „Formula Student“ antreten, am 28. Juli auf dem Hockenheimring und später in Barcelona. „Der Wagen wiegt nur 250 Kilo und hat einen 200-PS-Elektromotor, der im Segelflug eingesetzt wird. Die Batterien reichen genau für die Rennstrecke von 20 Kilometern“, sagt Produktionstechnik-Student Yannik Pohlmann, der das Auto mitentwickelt hat. Bewertet werden bei den Wettbewerben auch das Gesamtkonzept und die Unterlagen, die eine Produktion ermöglichen müssen.

Werke digitalisiert

Auch die Staats- und Universitätsbibliothek glänzte mit einer technischen Neuerung. Seit 2011 digitalisiert sie regional bedeutsame Werke aus ihrer Sammlung und macht sie über das Internet verfügbar. „Wir digitalisieren jedes Jahr 30 neue Titel. Das klingt zunächst nicht nach viel. Darunter sind aber umfangreiche Periodika mit sehr vielen Bänden“, sagte Maria Elisabeth Müller, Leiterin der Bibliothek. Darunter sind auch die Bremischen Jahrbücher. Eine Besonderheit: Die Suchmaschine sichtet alle 90 Bände auf einmal anhand eingegebener Begriffe. Eine Fundgrube auch für Hobby-Forscher sind die digital verfügbaren Bremer Adressbücher von 1794 bis 1955. Auch diese sind unter „Digitale Sammlungen“ auf der Homepage der Bibliothek zu finden.

Während sich manch einer draußen die Bratwurst schmecken ließ, fütterten einige Besucher in einem Labor des Zentrums für marine Tropenökologie kleine Polypen mit der Pinzette mit Urzeitkrebsen. Polypen tun sich in großer Zahl zusammen, wobei Korallen entstehen. Diese sind durch die übersäuerten Ozeane gefährdet, denn sie werden durch Kalkablagerungen zusammengehalten.


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