Keine Gefahr im Landkreis Osnabrück Pferdeherpes in Herford ausgebrochen

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Zwei Pferde im Kreis Herford, die mit Herpes infiziert waren, mussten eingeschläfert werden. Foto: Roland Weihrauch/dpaZwei Pferde im Kreis Herford, die mit Herpes infiziert waren, mussten eingeschläfert werden. Foto: Roland Weihrauch/dpa

chl/johl Herford. Auf einem Reiterhof in Herford sind mehrere Pferde an Herpes erkrankt. Zwei Tiere, bei denen die Symptome sehr stark ausgeprägt waren, mussten bereits eingeschläfert werden. Mit Quarantäne-Maßnahmen soll eine Ausbreitung der Krankheit verhindert werden. Im Landkreis Osnabrück sind derzeit keine Fälle gemeldet.

  • In der Regel verläuft eine Infektion mit dem Equinen Herpesvirus (EHV) für Pferde nicht tödlich. Innerhalb von zwei Tagen stabilisiert sich meistens der Zustand der Patienten. Dennoch mussten zwei Tiere auf einem Reiterhof in Herford Anfang der Woche eingeschläfert werden.

Hinterbeine gelähmt

Neben Fieber traten bei den Pferden auch schwerwiegende Koordinationsstörungen auf. „Im Endstadium der neurologischen Form der Krankheit kann es zu Lähmungen der Hinterbeine kommen, sodass die Pferde festliegen und nicht mehr hochkommen “, sagt Veterinär Alexander Pacolt. Mit seinem Kollegen Tom Labann, mit dem er in Kirchlengern eine tierärztliche Praxis betreibt, kümmert er sich um die erkrankten Tiere.

Menschen können sich nicht anstecken

Viele Faktoren seien dafür entscheidend, wie schwerwiegend sich eine Herpesinfektion auf die Pferde auswirkt. „Neben dem Alter der Tiere spielt auch deren Immunabwehr und die Anzahl der Viren, mit denen sie sich angesteckt haben, eine Rolle“, so der Tierarzt. Menschen können sich nicht mit Pferdeherpes anstecken.

In dem Reitbetrieb sind zehn weitere Pferde an Herpes erkrankt – nach Auskunft des Veterinäramtes im Kreis Herford ist ihr Zustand aber stabil. Einige Tiere befinden sich bereits auf dem Wege der Besserung, heißt es in einer Pressemitteilung. Wie sich die Tiere angesteckt haben, darüber besteht noch keine Klarheit. „Es gibt viele Gerüchte, aber keine Beweise“, so Pacolt.

Ausbrüche nicht selten

Hat sich ein Pferd mit dem Virus infiziert, wird die Krankheit als Tröpfcheninfektion über direkten Pferdekontakt, aber auch durch verunreinigte Gegenstände und Personen übertragen. Solche Krankheitsausbrüche seien nicht selten, sagt Reinhard Zwingelberg vom Herforder Veterinäramt auf Anfrage unserer Redaktion. Im Dezember 2014 sind beispielsweise drei Tiere in Tangstedt (Schleswig-Holstein) an der Krankheit gestorben, zwei Jahre zuvor verendeten gar vier Pferde in Gaggenau (Baden-Württemberg) an Herpes.

Infektionen nicht anzeige- oder meldepflichtig

Die erkrankten Pferde werden rund um die Uhr tierärztlich betreut. Infektionen mit dem Herpesvirus sind nicht anzeige- oder meldepflichtig. „Tierseuchenrechtliche Anordnungen und Verbote werden nicht ausgesprochen. Pferdehalter, Hofbesitzer und Tierarztpraxen können und müssen eigenverantwortlich reagieren“, heißt es von Seiten des Veterinäramtes. Dennoch habe das Amt den betroffenen Personen mit Hinweisen geholfen, so Zwingelberg.

Andere Höfe beteiligen sich

Damit eine Ausbreitung der Krankheit verhindert werden kann, dürfen die erkrankten Tiere den Reiterhof nicht verlassen. Ärzte und andere Personen, die den Reitbetrieb betreten, müssen sich nach dem Besuch ausreichend desinfizieren.

Auch andere Höfe in der Umgebung beteiligen sich provisorisch an den Quarantäne-Maßnahmen. Dort dürfen Pferde ebenfalls das jeweilige nicht Gebiet verlassen. „Sehr vorbildlich“, nennt Pacolt dieses Vorgehen.

Da die Inkubationszeit sieben bis zehn Tage beträgt, könne es schließlich nicht ausgeschlossen werden, dass sich noch andere Tiere angesteckt haben. „Aber bisher sieht es sehr gut aus“, gibt der Veterinär Entwarnung.

Keine Gefahr im Landkreis Osnabrück

In der Pressestelle des Landkreises Osnabrück heißt es, dass in der Region derzeit keine Gefahr für eine Ansteckung mit Pferdeherpes besteht. „Uns sind keine Fälle bekannt. Allerdings besteht weder eine Melde- noch eine Anzeigepflicht“, teilte Pressesprecher Henning Müller-Detert mit.

Auch auf dem Hof Kasselmann in Hagen, wo an diesem Wochenende 120 Pferde aus verschiedenen Ländern am Nationenpreis-Turnier teilnehmen, sind die Veranstalter unbesorgt. „Sowohl die Pferde auf dem Hof, als auch die Tiere, die zu uns kommen, sind geimpft“, sagt Pressesprecherin Anna Baden.


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