Experten warnen vor Zerschlagung Professor Efthenakis: Nifbe ist unverzichtbar

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Entscheidet über die Zukunft des Nifbe: Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic. Foto: David EbenerEntscheidet über die Zukunft des Nifbe: Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic. Foto: David Ebener

Hannover. Vor einer Expertenanhörung am Montag im Landtag haben führende Wissenschaftler vor einer Zerschlagung des „Niedersächsischen Instituts für frühkindliche Bildung und Entwicklung (Nifbe)“ gewarnt.

Um schriftliche Stellungnahmen waren unter anderen Professor Wassilios Fthenakis und Professorin Fabienne Becker-Stoll gebeten worden. Fthenakis, Mitgründer und 30 Jahre lang Direktor des Münchener Staatsinstituts für Frühpädagogik, gilt als absolute Koryphäe in diesem Bereich. Becker-Stoll, die heute das renommierte Institut in München leitet, zählte zu den von der Wissenschaftlichen Kommission Niedersachsen einberufenen Gutachtergruppen, die an der Evaluation des Nfibe mitwirkten.

Fthenakis gab in der unserer Redaktion vorliegenden Stellungnahme zu verstehen, dass das Osnabrücker Institut zehn Jahren nach seiner Gründung ein „hohes fachliches Ansehen“ genieße, auf das Niedersachsen „zurecht stolz sein“ könne. „Was das Nifbe in hohem Maße auszeichnet, ist das Konzept der Regionalnetzwerke, die Konzeptualisierung des Transfers und die hohe Qualität der Qualifizierungsmaßnahmen, immer in enger Verbindung mit Forschung und fachlichem Diskurs“, betont der Münchner Wissenschaftler. Und weiter: „Dies ist keinem anderen Institut in Deutschland so gelungen wie Nifbe. Die enge Verbindung von Forschung und Anwendung darf auch künftig nicht in Frage gestellt werden“.

Überhaupt hat Fthenakis für die Forschungsarbeit des Nifbe und für die Leitung des Instituts höchstes Lob parat. „Die Forschungstätigkeit des Instituts zählt aus meiner Sicht zu den qualitativsten Beiträgen, über die das Land gegenwärtig verfügt“, bemerkt der Experte, und Institutsdirektorin Renate Zimmer bezeichnet er als „weltweit geschätzte und anerkannte Kollegin“.

Abschließend heißt es in der Stellungnahme von Professor Fthenakis: „Das Land Niedersachsen hat vor zehn Jahren diese wegweisende Entscheidung getroffen, das Nifbe zu gründen. Heute steht die politisch ebenso wegweisende Entscheidung an, dieses Institut zu erhalten und zu stärken – im Interesse unserer Kinder und unseres Landes“. Der Fortbestand solcher Institute sei „unverzichtbar“, um die Qualität der frühkindlichen Bildung zu sichern.

Zu einer ähnlich positiven Einschätzung kommt Professorin Becker-Stoll. Mit der Gründung des Nifbe habe das Land Niedersachsen auf dem Gebiet der Förderung der frühkindlichen Bildung eine Vorreiterrolle in Deutschland übernommen. Auch die Konstruktion des Nifbe als An-Institut der Universität Osnabrück mit gleichzeitig enger Verzahnung von Forschung und Wissenstransfer über regionale Netzwerke sei gelungen. „Das ist ein absolutes Alleinstellungsmarkmal des Nifbe“, betont Becker-Stoll. Diese Konstruktion gewährleiste es am besten, sowohl Forschung auf hohem Niveau zu betreiben als auch den Transfer mit dem Praxisfeld der Frühpädagogik bedarfsgerecht und nachhaltig zu vollziehen.

Nachdrücklich warnt die Professorin vor Plänen der Landesregierung, die Forschungsstellen des Nifbe in die Uni Osnabrück zu verlagern oder gar auf verschiedene Hochschulstandorte zu verteilen („Das käme einer Zerschlagung des Nifbe gleich“. Vielmehr sollte das Nifbe als An-Institut erhalten bleiben; auch die Regionalen Netzwerke müssten mit Dienststellen weiterhin im Land vertreten sein. Sie dürften nicht aufgelöst werden, wie das die Regierung vorsieht.


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