Flucht nach Fotoversuch Wölfe sollen Radfahrer bei Soltau verfolgt haben

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Zwei Wölfe sollen einen Radfahrer in der Nähe von Soltau verfolgt haben. Foto: dpaZwei Wölfe sollen einen Radfahrer in der Nähe von Soltau verfolgt haben. Foto: dpa

Osnabrück. Zwei Wölfe sollen in Tetendorf bei Soltau einen Radfahrer verfolgt haben. Er hatte die Tiere fotografieren wollen, entschied sich dann aber zu flüchten.

Aus dem Versuch ein Erinnerungsfoto zu machen, ist eine Verfolgung geworden. Der Mann sei mit seinem Hund unterwegs gewesen, als er am Waldrand einen Wolf gesehen habe, berichtet die Nordwestzeitung. Um ein Foto zu machen, habe er angehalten. Dann jedoch sei ein zweiter Wolf dazugekommen.

Als sich die Tiere näherten, sei der Hund des Mannes nervös geworden, berichtet die Zeitung und beruft sich auf ein Gespräch des Mannes mit dem Radiosender ffn. Dann habe er in die Pedale getreten. Bis zum nächsten Ort hätten ihn die Tiere verfolgt, erst als dort mehrere Hunde gebellt hätten, seien sie umgekehrt.

Der Vorfall sei von der Landesjägerschaft registriert worden, sagte deren Sprecher Florian Rölfing auf Anfrage unserer Redaktion. Sie sei vom Land Niedersachsen mit der Beobachtung von Wölfen und der wissenschaftlichen Dokumentation ihrer Vorkommen beauftragt. Die Ergebnisse reicht die Landesjägerschaft dann unter anderem an das Landesumweltministerium weiter.

Ob es sich bei den Tieren in Tetendorf indes tatsächlich um Wölfe handle, sei noch nicht geklärt, so Rölfing. Es fehle der C1-Nachweis. Dieser sei erbracht, wenn es Fotos oder genetisches Material der Wölfe gebe. In diesem Fall handle es sich zunächst nur um die Beobachtungen des Radfahrers – Hinweise, keine Nachweise.

Trotzdem werde nun ganz genau hingeschaut, wie der Sprecher sagte. Die Experten würden vor Ort versuchen, mehr Informationen zu sammeln. Dazu sprächen sie auch noch einmal mit dem Radfahrer. Falls es tatsächlich Wölfe waren, so spekulierte Rölfing, könnten es sich um Tiere eines Rudels handeln, das sich im Gebiet des Truppenübungsplatzes Munster bewegt. „Dort sind Beobachtungen ähnlicher Art häufiger gemeldet worden.“

Zuletzt wurden in Niedersachsen gleich mehrfach Wölfe gesichtet – oft verbunden mit Zwischenfällen. Ende Mai soll ein Wolf ein Fohlen in Bispingen gerissen haben, tags zuvor riss ein Kalb auf einer Weide in Kleinenkneten. Mitte April soll ein Wolf den Hund einer Radfahrerin nördlich von Hannover gebissen haben.

Das Land reagiert auf die Zwischenfälle: Niedersachsen will einen schnelleren Ausgleich für Nutztierrisse durch Wölfe erreichen. Aus Frust über die Landespolitik hat jedoch erst vor einigen Tagen ein Wolfsberater hingeschmissen.

Wer in ähnliche Situationen wie der Radler in Tetendorf geriet, dem empfiehlt der Sprecher der Landesjägerschaft, sich selbst zurückzuziehen, sollte man sich unwohl fühlen. Doch auch den Wölfen müsse Raum gelassen werden, zu verschwinden. Mit Nachdruck ergänzte Rölfing: „Man sollte immer beachten, dass es sich bei Wölfen um Wildtiere handelt. Es gibt nie eine hundertprozentige Sicherheit, deshalb muss man ihnen immer mit dem notwendigen Respekt entgegentreten.“


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