Universität Osnabrück Nifbe-Netzwerke werden bis Ende 2015 aufgelöst

Das an die Universität Osnabrück angedockte Niedersächsische Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (Nifbe) wird bis Ende 2015 zerschlagen.Foto: Elvira PartonDas an die Universität Osnabrück angedockte Niedersächsische Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (Nifbe) wird bis Ende 2015 zerschlagen.Foto: Elvira Parton

Hannover. Das Niedersächsische Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (Nifbe) wird zerschlagen. Das Wissenschaftsministerium teilte am Montag mit, dass die fünf Regionalnetzwerke, die als ein wesentlicher Bestandteil des Osnabrücker Instituts gelten, bis Ende 2015 aufgelöst werden müssen.

Das Nifbe war 2007 unter dem damaligen Ministerpräsidenten Christian Wulff (CDU) gegründet worden. Es widmet sich als An-Institut der Universität Osnabrück zum einen der wissenschaftlichen Forschung, sorgt aber zugleich auch über fünf regionale Netzwerke für einen Transfer neuer Erkenntnisse in die Praxis. Mit dieser Konstruktion übernahm Niedersachsen bundesweit eine Vorreiterrolle.

Die Wissenschaftliche Kommission des Landes sprach sich im Rahmen einer Evaluation nachdrücklich dafür aus, das Nifbe wegen seiner exzellenten Arbeit sowohl auf dem Forschungssektor als auch beim Wissenstransfer zu erhalten und zu stärken. Ebenso wie vom Landesrechnungshof wurde aber angemahnt, die komplizierte Organisationsstruktur des Instituts zu ändern und den erheblichen Koordinierungsaufwand zu mildern.

Daraus zog das Wissenschaftsministerium nun die Konsequenz, die Struktur des Nifbe zu zerschlagen. Demnach sollen die fünf Netzwerke und die Regionalbüros in Emden, Lüneburg, Hannover, Hildesheim, Osnabrück, Diepholz und Nordhorn zum Jahreswechsel 2015/16 aufgehoben und die rund 20 Beschäftigten entlassen werden. Vertreter des Ministeriums hatten dem Vernehmen nach zuvor schroff von „Abwicklung“ gesprochen.

An die Stelle der Regionalnetzwerke soll nach Angaben des Ministeriums eine „Konferenz Niedersachsen“ treten und sich um Wissenstransfer kümmern. Am Standort Osnabrück verliert das Nifbe nach Angaben des Wissenschaftsministeriums seinen unabhängigen Status und wird als „In-Institut“ in die Universität integriert.

Zugleich will Ministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne) die Forschungsförderung nach eigenen Angaben nicht mehr auf Osnabrück konzentrieren, sondern „auf alle einschlägigen Lehrstühle in Niedersachsen ausdehnen“. Abteilungsleiter Rüdiger Eichel erklärte im Wissenschaftsausschuss des Landtages, es solle sich dabei um eine wettbewerbliche Vergabe von Mitteln aus dem VW-Vorab handeln.

Während Heinen-Kljajic von „Weiterentwicklung“ und „Optimierung“ des Osnabrücker Instituts sprach, protestierte die CDU gegen die Zerschlagung der Einrichtung. Sie beantragte eine Sondersitzung desAusschusses mit einer Anhörung aller Betroffenen.

Die CDU Osnabrück-Emsland und der Abgeordnete Burkhard Jasper übten scharfe Kritik und forderten den ungeschmälerten Erhalt des Nifbe.


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