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08.06.2015, 18:31 Uhr

Mit Wucht und Arroganz

Von Hans Brinkmann


Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic, hier bei einem Besuch in Osnabrück im Mai 2015, hat eine folgenschwere Umstrukturierung des Niedersächischen Instituts für frühkindliche Bildung (Nifbe) verfügt. Foto: David EbenerWissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic, hier bei einem Besuch in Osnabrück im Mai 2015, hat eine folgenschwere Umstrukturierung des Niedersächischen Instituts für frühkindliche Bildung (Nifbe) verfügt. Foto: David Ebener

Hannover. Es ist schon bemerkenswert, wie welcher Wucht und Arroganz das niedersächsische Wissenschaftsministerium die Zerschlagung des Osnabrücker Instituts für frühkindliche Bildung (Nifbe) vorantreibt.

Zwar gibt die komplizierte Struktur der Einrichtung in der Tat Veranlassung, über organisatorische Änderungen nachzudenken. Sie könnten aber – und das hat die Wissenschaftliche Kommission ausdrücklich bestätigt – auch ohne die komplette Demontage der Regionalnetzwerke verwirklicht werden, die als „Transmissionsriemen“ zur Praxis neben der Forschung den bundesweit einmaligen Stellenwert des Nifbe ausmachen.

Dass diese Aufgabe nun eine gelegentlich tagende Konferenz übernehmen soll, klingt wie Hohn. Und auch die vorgesehene Schwächung des Instituts am Standort Osnabrück mit gleichzeitiger Forschungsverlagerung auch auf andere Hochschulen bedeutet alles andere als „Optimierung“.

Der Braunschweiger Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic geht es augenscheinlich vielmehr darum, eine ungeliebte, noch zu CDU-Zeiten initiierte Einrichtung zu bremsen und die Fördermittel neu aufzuteilen. Fragt sich nur, ob sie damit im Alleingang ihre Koalitionspartner im Osnabrücker Bereich überfahren hat oder ob Pistorius, Henning & Co. dies ohne jedwede Gegenwehr akzeptieren wollen.


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