Institut der Uni Osnabrück Nifbe-Direktorin Renate Zimmer warnt vor Zerschlagung

Warnt vor einer Zerschlagung des nifbe: Professorin Renate Zimmer. Foto: PRWarnt vor einer Zerschlagung des nifbe: Professorin Renate Zimmer. Foto: PR

Hannover. Im Niedersächsischen Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe) herrscht Alarmstimmung: Nach der Berichterstattung unserer Redaktion über eine mögliche Zerschlagung der Osnabrücker Einrichtung appellierte nifbe-Direktorin Prof. Renate Zimmer am Wochenende an Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne), auf einen solchen Schritt zu verzichten.

In einer Stellungnahme erklärte Zimmer, man habe die Nachricht von einer drohenden Auflösung der fünf nifbe-Regionalnetzwerke und damit der Zerschlagung der Gesamtkonzeption des Instituts „mit großer Sorge und großem Unverständnis“ aufgenommen. (Weiterlesen: Osnabrücker Institut vor einschneidenden Umwälzungen?)

„Durch die Verbindung von Forschung, Vernetzung und Transfer hat das nifbe eine bundesweite Vorreiterrolle eingenommen und sowohl in der wissenschaftlichen Fachwelt wie auch in der Praxis der Kitas, Fachberatung sowie Aus- und Weiterbildung eine hohes Renommee erlangt“, betonte Zimmer. Dies unterstreiche auch die 2014 vorgenommene Evaluation durch die Wissenschaftliche Kommission Niedersachsen (WKN).

Dieses Gremium, so die Professorin, habe dem Osnabrücker Institut eine gute bis exzellente Arbeit bescheinigt und „entschieden für den Erhalt und die Weiterentwicklung“ des 2007 gegründeten nifbe plädiert. Die nun verlautbarten Pläne der Landesregierung stünden aber „im diametralen Gegensatz“ zu den Evaluationsergebnissen und-empfehlungen.

Zimmer versicherte, die von der Kommission „zu Recht“ geäußerte Kritik an der mit einem hohen Koordinations- und Kommunikationsaufwand verbunden Organisation habe man ernstgenommen und dem Ministerium bereits vor Monaten einen Vorschlag für ein gestrafftes Organisationsmodell vorgelegt. „Wir sind überzeugt, dass unser Institut in dieser neuen Organisationsform in Zukunft noch schlagkräftiger für die bestmögliche Begleitung und Gestaltung der ersten Jahre unserer Kinder agieren und seine bundesweite Vorreiterrolle weiter ausbauen kann“, unterstrich die nifbe-Direktorin.

Prof. Zimmer äußerte die Überzeugung, dass die qualitative Weiterentwicklung der frühkindlichen Bildung nur durch eine konsequente Verbindung von Forschung und Transfer in die Praxis gelinge. Hier habe das nifbe nicht nur in Niedersachsen, sondern bundes- und europaweit Maßstäbe gesetzt.

„In diesem Sinne appelliere ich an Ministerin Heinen-Kljajic, die drohende Zerschlagung des nifbe noch einmal zu überdenken und die frühkindliche Bildung in Niedersachsen nicht zu schwächen“, heißt es abschließend in der Stellungnahme.

Mit dieser Thematik befasst sich an diesem Montag auch der Wissenschaftsausschuss des Landtages. Auf der Tagesordnung steht eine Unterrichtung der Landesregierung über den aktuellen Stand


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