Universität Osnabrück Institut Nifbe vor einschneidenden Umwälzungen?

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Der frühkindlichen Entwicklung widmet sich das Institut nifbe in Osnabrück. Foto: dpaDer frühkindlichen Entwicklung widmet sich das Institut nifbe in Osnabrück. Foto: dpa

Hannover. Dem renommierten „Niedersächsischen Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (Nifbe)“ in Osnabrück droht womöglich Ungemach. Nach Informationen unserer Redaktion steht eine Umorganisation im Raum, die sogar in eine Zerschlagung der bisherigen Strukturen münden könnte.

Die im Jahr 2007 unter dem damaligen Ministerpräsidenten Christian Wulff gegründete Einrichtung gliedert sich in zwei Bereiche. Zum einen widmet sie sich als An-Institut der Universität Osnabrück der Forschung ; zum anderen werden über fünf autonome Netzwerke bundesweit einmalig wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis transferiert.

Ende 2013 beauftragte das Wissenschaftsministerium die Wissenschaftliche Kommission Niedersachsen (WKN) mit einer Evaluation, in deren Rahmen die Qualität der Arbeit und die Angemessenheit der aktuellen Organisationsstruktur des Nifbe überprüft werden sollten.

Die Untersuchung, in die auch Gutachter eingebunden wurden, fiel durchwachsen aus. Auf der einen Seite wurde dem Institut hervorragende wissenschaftliche Arbeit attestiert; zugleich gab es jedoch massive Kritik an der Organisation des Nifbe.

„Es gab und gibt exzellente Forschungsleistungen“, bescheinigen die Prüfer dem Osnabrücker Institut. Das Nifbe sei bis heute „ein Vorreiter im Feld der frühkindlichen Bildung“; diese Position solle das Land angesichts der steigenden wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Relevanz dieses Themas auch nicht aufgeben. Die Kommission abschließend: „Mit dem Nifbe können auch in Zukunft Forschungs- und Transferleistungen erbracht werden, die mit einem befristeten Forschungsprogramm nicht zu erreichen wären. Aus diesem Grund plädiert die Kommission entschieden für den Erhalt und die Weiterentwicklung des Nifbe.“

Die „guten bis sehr guten Leistungen im Bereich der Forschung und des Transfers“ hätten aber einen „hohen Koordinations- und Kommunikationsaufwand“ erfordert – verursacht durch eine komplizierte Organisationsstruktur mit regionalen Netzwerken, vier Forschungsstellen und einer Koordinierungs- und Geschäftsstelle. Diese habe die Entwicklung des Nifbe teilweise gehemmt, so die Gutachter. Hier sollte es Änderungen geben, etwa durch klare Trennung in die Bereiche Nifbe-Forschung und Nifbe-Praxis.

Auf dem Transfersektor sind heute die fünf Regionalnetzwerke Nordwest, Nordost, Südwest, Südost und Mitte mit Regionalbüros unter anderem in Emden, Lüneburg, Hannover, Hildesheim und Osnabrück aktiv.

Aktuell sind Befürchtungen laut geworden, dass sich das Wissenschaftsministerium ganz von diesen Einrichtungen trennen könnte. Für das Nifbe, dem im Vorjahr bereits die Landeszuwendungen von fünf auf 4,5 Millionen Euro gekürzt wurden, hätte dies eine drastische Schrumpfung zur Folge.

Das zu verhindern, ist Ziel eines Entschließungsantrags der CDU-Landtagsfraktion. Sie fordert den Erhalt und eine Stärkung des Nifbe – allerdings auch eine organisatorische Weiterentwicklung.

Am kommenden Montag befasst sich der Wissenschaftsausschuss des Landtages mit dem Thema. Die Regierung will über den aktuellen Sachstand informieren.


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