Anfang Juli startet das Wolfsbüro Schnellere Zahlung bei Wolfsrissen

Nach Nutztierrissen durch Wölfe soll es in Niedersachsen bald schneller Entschädigung geben. Foto: dpaNach Nutztierrissen durch Wölfe soll es in Niedersachsen bald schneller Entschädigung geben. Foto: dpa

Hannover. Das Land Niedersachsen will einen schnelleren Ausgleich für Nutztierrisse durch Wölfe erreichen.

Umweltminister Stefan Wenzel und Staatssekretärin Almut Kottwitz (beide Grüne) erläuterten am Donnerstag in Hannover, dass möglichst bereits innerhalb von zehn Tagen eine solche Entschädigung auf freiwilliger Basis (juristisch: Billigkeitsleistung) auf den Weg gebracht werden sollte. (Alles zum Wolf in der Region finden Sie auf unserer Themenseite)

Geprüft wird demnach, ob eine solche Beschleunigung unter Hinzuziehung von Veterinären der Landkreise erreicht werden kann. Denkbar sei, dass diese Fachleute zur Begutachtung getöteter Tiere in Tierkörperbeseitigungsanlagen hinzugezogen werden und dort entscheiden, ob ein Riss durch einen Wolf vorliegt oder nicht. Bislang gab es vielfach Klagen darüber, dass für eine solche Begutachtung zuviel Zeit verstreiche.

Das Umweltministerium kündigte zugleich an, auch eine Beschleunigung von DNA-Analysen durch ein Institut des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit anzustreben.

Neues Internetportal „Der Wolf in Niedersachsen“

Ziel der Landesregierung ist es nach Darstellung von Wenzel, das Wolfsmanagement in diesem Bundesland noch stärker zu professionalisieren. Als eine zentrale Maßnahme in diesem Zusammenhang nannte er die für Anfang Juli geplante Eröffnung eines Wolfsbüros durch den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Diese Einrichtung werde mit drei Fachkräften besetzt sein und solle Meldungen über Nutzrierrisse bearbeiten, Anträge auf Auszahlungen sowie auf Präventionsmaßnahmen entscheiden und eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit betreiben. Dazu gehöre schon ab Anfang Juni auch ein neues Internetportal unter dem Titel „Der Wolf in Niedersachsen“.

Einheitlicher Umgang mit auffälligen Wölfen

Ausdrücklich begrüßte Wenzel, dass auf maßgebliche Initiative Niedersachsens die Einrichtung einer bundesweiten Dokumentations- und Beratungsstelle beschlossen worden ist. Dort sollen alle Beobachtungen und Bewertungen zu Wolfssichtungen zusammengeführt und ein bundeseinheitlicher Umgang mit auffälligen Wölfen organisiert werden.

Im eigenen Bereich hat das Land laut Wenzel und Kottwitz inzwischen eine verstärkte Sichtung des als auffällig geltenden Munsteranmer Rudels eingeleitet. Tiere aus dieser Gruppe sollen auch als erste mit einem Sender zur besseren Ortung versehen werden.

Derzeit fünf Wolfrudel mit 50 bis 60 Tieren

Nach Angaben des Ministeriums gibt es derzeit in Niedersachsen fünf Wolfsrudel mit 50 bis 60 Tieren. Aktuell würden jedoch viele Jungtiere geboren, sodass kurzfristig eine deutliche Zunahme des Bestandes zu erwarten sei. Wenzel äußerte die Überzeugung, dass sich mit den eingeleiteten Maßnahmen die Akzeptanz gegenüber dem Wolf erhöhen werde. Allerdings habe die Sicherheit der Menschen absolut Vorrang. Der Minister sprach sich erneut gegen die Anwendung des Jagdrechts bei Wölfen aus.


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