5600 Ratsuchende im Jahr 2013 Bistum Osnabrück: Mehr Anfragen an Beratungsstellen

Von Stefan Buchholz | 15.07.2014, 17:02 Uhr

Erneut sind die Anfragen an die Psychologischen Beratungsstellen des Bistums Osnabrück gestiegen. 5600 Menschen suchten im vergangenen Jahr Rat, 240 mehr als zuvor. Das geht aus dem Jahresbericht des Referates für Ehe-, Familien, Lebens und Erziehungsberatung für 2013 hervor.

An die zehn Beratungsstellen im Bistum wandten sich 4060 Menschen mit Fragen an die Erziehungsberatung. „Ihre Hilfeleistungen stiegen um 15 Prozent trotz inzwischen geringer werdender Kinderzahlen“, sagte Referatsleiter Bernhard Plois. 1540 Menschen brauchten Hilfe, wenn es um Familien- und Lebensberatung ging. Ihre Zahl hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt, bemerkte Plois. Die steigende Nachfrage zeige, dass staatliche Politik überwiegend nicht an den Hauptbedürfnissen der Familien orientiert sei. Die Menschen seien hungrig nach Glück, Zufriedenheit und Vertrauen in ihren Beziehungen. „Nur Konsum und ökonomischer Erfolg bringen noch keinen Lebenssinn“, so Bernhard Plois.

Hilfe auf Russisch, Türkisch und Polnisch

Die professionelle Arbeit der Beratungsstellen habe sich inzwischen herumgesprochen, weil man nahe an den Bedürfnissen der Leute sei. Auch immer mehr Menschen mit Migrationsgeschichte suchten um Hilfe nach, schilderte Plois. Daher biete man Beratungen in Russisch, Türkisch und Polnisch sowie in Englisch, Französisch und Spanisch an. Die Anfragen würden aber beispielsweise nicht für Türken in einer türkischen Beratungsstelle aufgenommen, sondern wenn nötig auf Türkisch innerhalb eines für alle gesellschaftlichen Gruppen offenen Regelangebots. „Das finden wir integrationsfreundlich“, meinte Plois.

Mit muttersprachlicher Beratung gelingt es den Menschen besser, ihre Gefühle zu benennen, sagte Regine Schäfer von der Psychologischen Beratungsstelle Bersenbrück. Themen von Migranten seien häufig die Schwierigkeiten bei der Bewältigung des Alltags in Deutschland und ihre Beteiligung am gesellschaftlichen Leben.

Das Finanzvolumen für die Beratungsstellen des Bistums ist seit dem letzten Jahresbericht um 300000 Euro auf jetzt 4,2 Millionen Euro gestiegen. 2,4 Millionen Euro bekam man aus öffentlichen Mitteln, 1,8 Millionen Euro steuerte das Bistum dazu.