Auch Weil ging auf Distanzrung Piel bedauert Attacke auf Gymnasien

Machte Rückzieher: Anja Piel. Foto: dpaMachte Rückzieher: Anja Piel. Foto: dpa

Hannover. Die Vorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Anja Piel, hat umstrittene Äußerungen zu Gymnasien bedauert. Zuvor war auch Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) zur Grünen-Politikerin auf Distanz gegangen.

Piel hatte in einer Versammlung in Hameln scharf gegen Gymnasien gewettert. „Eltern mit hohem Einkommen wollen ihre Kinder immer noch von den Schmuddelkindern fernhalten“, sagte sie. Kinder aus einkommensschwachen Familien müssten aber die gleichen Bildungschancen erhalten wie die „Unternehmerkinder, die sich jetzt an den Gymnasien zusammenrotten“.

Der Philologenverband reagierte empört auf die Äußerungen, die „von Hass geprägt“ seien. Der Verband sprach von einem „erschreckenden Signal für die wahren schulpolitischen Ziele der Grünen“: Abschaffung der Gymnasien und Einführung der Einheitsschule.

In die gleiche Kerbe schlug CDU-Landtagsfraktionschef Björn Thümler. Piel habe mit ihren „absolut inakzeptablen Aussagen“ untermauert, dass die rot-grüne Schulpolitik ideologisch gegen die Gymnasien gerichtet sei, sagte er und forderte eine Entschuldigung. FDP-Bildungsexperte Björn Försterling zeigte sich „erschrocken, wie man so abfällig über Gymnasien reden kann“. Das sei „Klassenkampf des 19. Jahrhunderts“ und zeuge von einem „grundsätzlich gestörten Verhältnis zu Gymnasien.

Auch Weil ging auf Distanz zu Piel. Ihre Aussagen seien „weder von der Wortwahl noch vom Inhalt her Kurs der Regierung“, sagte der Ministerpräsident am Mittwoch unserer Redaktion.

Die Grünen-Politikerin bedauerte am Nachmittag ihre Aussage. Sie habe sich „unglücklich und missverständlich ausgedrückt“. Wenn sie andere damit vor den Kopf gestoßen habe, „möchte ich mich dafür entschuldigen“, so Piel..


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