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Tier zuletzt bei Groningen Niederländer wollen Wolf einfangen

In einem Gewerbegebiet nahe Groningen wurde der junge Wolf fotografiert. Foto: dpaIn einem Gewerbegebiet nahe Groningen wurde der junge Wolf fotografiert. Foto: dpa

Meppen/Hannover. Der mehrfach in Niedersachsen und im Emsland beobachtete Wolf sorgt weiter in den Niederlanden für Aufsehen. Am Montag wurde er bei Groningen in einem Wohngebiet gesehen. Derweil wirft der WWF dem Land Niedersachsen mangelhaftes Wildtiermanagement vor.

Mit Bezug auf den Jungwolf sagte Janosch Arnold vom WWF, es könne nicht angehen, dass das für solche Fälle zuständige Landesumweltministerium in Hannover erst jetzt beginne, nach zuständigen Personen zu suchen, die beispielsweise durch Vergrämungsaktionen mit Gummigeschossen dem Wolf wieder eine natürlich Scheu vor dem Menschen beibringen wollten.

Nach Erkenntnissen unserer Redaktion hatte das Land schon vor einigen Tagen einen Fachmann aus Gifhorn damit beauftragt, den Wolf zu finden und zu betäuben. Er sollte dann besendert werden. Der Wolf hatte sich aber in den vergangenen Tagen so schnell fortbewegt , dass man seiner bisher nicht habhaft werden konnte.

Inzwischen befindet er sich, wie berichtet, in den Niederlanden und hat dort eine ähnliche Aufmerksamkeit ausgelöst wie zuvor in Deutschland. Denn während Deutschland ja schon seit der Jahrtausendwende Erfahrungen mit dem Raubtier sammelt, ist dieses Tier das erste seit 1897, das beim westlichen Nachbarn wieder aufgetaucht ist.

Auf Nachfrage teilte das niedersächsische Umweltministerium am Montag mit, man stehe in ständigem Kontakt mit den niederländischen Kollegen. Auch dort arbeite man daran, den Wolf einzufangen. Sorgen machen sich die Behörden, weil offenbar immer mehr Menschen per Twitter nach dem Tier suchen. Ihr Rat: Man solle sich von dem Tier fernhalten.

Nach Auffassung des Biologen und Wolfsexperten Sebastian Koerner haben die nach Niedersachsen zurückgekehrten Tiere auch deshalb ihre Scheu verloren, weil sie auf dem Truppenübungsplatz in Munster häufig in Kontakt mit Soldaten kommen. Das berichtet der NDR. Bei einer Informationsveranstaltung in Bleckede (Landkreis Lüneburg) machte der Biologe aus Sachsen am Sonntag deutlich, dass er eine derartige Nähe zu Menschen außer in Munster noch bei keinem der Wolfsrudel, die auf Truppenübungsplätzen in Deutschland leben, beobachtet habe. Zudem schloss Koerner nicht aus, dass die Tiere trotz eines Verbots von Soldaten gefüttert würden.


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