84 mögliche sexuelle Grenzverletzungen Anlaufstelle sexueller Missbrauch: 1000 Kontaktaufnahmen

Werden Lehrer, Betreuer oder Mitschüler übergriffig, bietet eine zentrale Anlaufstelle im niedersächsischen Kultusministerium Hilfe für Opfer und deren Familien. Foto: dpaWerden Lehrer, Betreuer oder Mitschüler übergriffig, bietet eine zentrale Anlaufstelle im niedersächsischen Kultusministerium Hilfe für Opfer und deren Familien. Foto: dpa

Osnabrück. Mobbing unter Schülern, sexuelle Grenzverletzungen von Lehrern: Die entsprechende Anlaufstelle in Niedersachsen für Kinder, Jugendliche oder deren Eltern hat in den vergangenen zwei Jahren rund 1000 Kontaktaufnahmen verzeichnet. Das erklärte das Kultusministerium auf Anfrage unserer Zeitung.

Demnach stieg die Zahl von 471 im Jahr 2013 auf 511 im Vorjahr. Der Großteil bezog sich dabei nach Ministeriumsangaben auf die Themenfelder Mobbing und Diskriminierung. 84 Mal standen in den vergangenen Jahren mögliche sexuelle Grenzverletzungen durch Lehrer oder Betreuer im Mittelpunkt. Zu den Konsequenzen speziell in diesem Bereich konnte das Ministerium allerdings keine Angaben machen. Eine Auswertung sei zu aufwendig, hieß es.

Mehr Mobbing-Fälle

Auffällig: Während bei den meisten Gründen für eine Kontaktaufnahme die Anzahl von 2013 auf 2014 zurückging, stiegen die Werte bei Mobbing und Diskriminierung deutlich von zusammengenommen 106 auf 153 an.

Die „Anlaufstelle für Opfer und Fragen sexuellen Missbrauchs und Diskriminierung in Schulen und Tageseinrichtungen für Kinder“ war im September 2013 unter dem damaligen Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) eingerichtet und im Ministerium angesiedelt worden. Dies habe sich als „sinnvolle und wirkungsvolle Maßnahme erwiesen“, heißt es jetzt aus dem mittlerweile SPD-geführten Ministerium. Es sei geplant, Mitarbeiter an Schulen und Tageseinrichtungen für Kinder als sogenannte Multiplikatoren für die Themenfelder Diskriminierung und sexueller Missbrauch fortzubilden.


Die Anlaufstelle ist unter der Hotline-Nummer 0511/1207120 erreichbar.

Die Hotline ist montags bis donnerstags von 08 bis 16 Uhr und freitags von 08 bis 12 Uhr besetzt. Außerhalb dieser Zeiten ist ein Anrufbeantworter geschaltet.

Per E-Mail ist die Anlaufstelle unter anlaufstelle@mk.niedersachsen.de erreichbar.

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