Abschuss nur im äußersten Notfall Fragen und Antworten zum Wolf in Niedersachsen

Von dpa

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Hannover. Ein Abschuss des in Siedlungen aufgetauchten Wolfes ist nur im äußersten Notfall erlaubt. Stattdessen wollen niedersächsische Experten das im Kreis Oldenburg aufgetauchte Tier aus Wohngebieten verscheuchen.

Der im Kreis Oldenburg durch Wohngebiete streunende Wolf stellt Experten und Anwohner in Niedersachsen vor eine neue Herausforderung. Außer von Schäfern und Landwirten wurde die 2012 begonnene Rückkehr des Wildtieres bislang vielfach begrüßt. Dass einem der Wolf nun womöglich beim Gassi-Gehen mit dem Hund oder Müllrausbringen begegnen kann, weckt Sorgen in der Bevölkerung. Das Umweltministerium will den neugierigen Wolf nun einfangen lassen und gibt Antworten.

Ist es wirklich sicher, dass es sich bei dem gesichteten Tier um einen Wolf handelt?

Sowohl die Wolfsberater im Kreis Oldenburg als auch die Experten des Umweltministeriums sind sich sehr sicher, dass es sich um einen wahrscheinlich noch jungen Wolf handelt.

Ist bei mehreren Sichtungen an unterschiedlichen Stellen in Wildeshausen und Großenkneten klar, dass es sich nur um einen Wolf handelt?

Das Ministerium geht im Moment davon aus, dass es sich um ein und dasselbe Tier handelt.

Was soll nun unternommen werden?

Sobald der Wolf in der Region erneut gesichtet wird, soll das Tier entweder mit Gummigeschossen vertrieben oder mit einem Betäubungsgewehr gestoppt werden. Nur wenn Menschen in Gefahr geraten, räumt der Tierschutz die Möglichkeit ein, den Wolf zu erschießen.

Lauern nun alle Jäger im Nordwesten dem Wolf auf?

Nein, die Landesjägerschaft wurde in Absprache nicht mit der Suche nach dem Wolf betraut. Dafür benennen die Landkreise Amtspersonen wie im Umgang mit Betäubungsgewehren ausgebildete Polizisten, Veterinäre oder auch Wolfsberater.

Falls der Wolf gefangen wird, was dann?

Zur kurzfristigen Beobachtung soll das Tier in eine Auffangstation gebracht und auch tierärztlich untersucht werden. Vor seiner erneuten Freisetzung soll der Wolf mit einem Sender versehen werden, damit die Experten verfolgen können, wo er sich herumtreibt. Durch unangenehme Reize wie den Beschuss mit Gummigeschossen soll dem Wolf bei der Freilassung klargemacht werden, dass er sich besser vom Menschen fernhält.

Das klingt nach Wolfsversteher-Pädagogik. Was, wenn die sogenannten Vergrämungsmaßnahmen nicht greifen und das Tier Menschen gegenüber aggressiv wird?

Dann will das Ministerium den Wolf erneut einfangen lassen und beispielsweise in einem Tierpark unterbringen.

Was meinen Naturschützer zum Umgang mit dem Wolf?

Der Naturschutzbund empfiehlt, nach den Ursachen für die fehlende Scheu des Tieres zu suchen. Diese könnte darin liegen, dass Wölfe von Menschen gefüttert worden sind.

In letzter Zeit häufen sich Meldungen von Menschen, die möglichen Wölfen in freier Natur begegnet sind. Hat es dabei schon brenzlige Situationen gegeben?

Dem Umweltministerium ist bislang kein einziger Fall bekannt, beim dem ein Wolf Menschen gegenüber aggressiv geworden ist.

Haben die Experten dem Wolf schon einen Namen gegeben?

Das ist das Allerletzte, für das die Fachleute nun Zeit haben.


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