Gymnasium beliebteste Schulform Nur noch 4,7 Prozent zur Hauptschule

Neue Statistik präsentiert: Kultusministerin Frauke Heiligenstadt. Foto: dpaNeue Statistik präsentiert: Kultusministerin Frauke Heiligenstadt. Foto: dpa

Hannover. Die Hauptschule gerät immer mehr ins Hintertreffen: Zu Beginn des Schuljahres 2014/15 wechselten laut Kultusministerium nur noch 4,7 Prozent der Jungen und Mädchen in Niedersachsen nach der 4. Klasse in diese Schulform.

Im Jahr davor waren es laut Statistik noch 5,5 Prozent gewesen; 2012/13 entschieden sich 6,1 Prozent der Eltern von Grundschulabsolventen für die Hauptschule.

Dabei lag der Anteil der Schullaufbahnempfehlungen weitaus höher: Vor Beginn dieses Schuljahres waren 20,2 Prozent der Schüler für den Hauptschulunterricht empfohlen worden. Letztlich landeten aber nur 4,7 Prozent auf einer klassischen Hauptschule; viele dürften laut Kultusministerium in Gesamtschulen, Oberschulen oder in kombinierten Einrichtungen wie etwa Haupt- und Realschulen untergekommen sein.

Ein ähnliches Bild ergab sich bei Realschulen: 38,6 Prozent der Grundschulabsolventen hatten eine Realschulempfehlung; eine Schule dieses Typs besuchten jedoch nur noch 15,8 Prozent.

Die Oberschulen verzeichnen ebenso wie Integrierte Gesamtschulen (IGS) einen anhaltend positiven Trend: So wechselten zum Schuljahrsbeginn 21,2 Prozent der Kinder nach der Grundschule auf eine Oberschule (davor 18,5 beziehungsweise 19,5 Prozent). In eine IGS wurden 15,2 Prozent der Grundschulabsolventen eingeschult (vorher 13,3 beziehungsweise 13,9 Prozent).

Das Gymnasium konnte seine Position als mit Abstand beliebteste Schulform behaupten: Wie im letzten Schuljahr wechselten auch 2014/15 wieder 42,4 Prozent des fünften Jahrgangs auf ein Gymnasium.

Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) folgerte daraus, dass von einer Bedrohung der Gymnasien in Niedersachsen keine Rede sein könne. Auffallend sei, dass immer mehr Eltern den Bildungsgang ihrer Kinder möglichst lange offenhalten wollten. Gerechtfertigt nannte sie anhand der Zahlen den geplanten Verzicht auf Schullaufbahnempfehlungen.

Die FDP kritisierte, dass Rot-Grün den Anteil der IGS-Schüler durch eine Änderung des Schulgesetzes „zwanghaft erhöhen“ wolle.


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