Totes Pferd untersucht Verdacht auf Rotz-Infektion in Bippen bestätigt

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Rotz ist eine Infektionskrankheit, die jetzt erstmals seit 1956 in Deutschland nachgewiesen wurde. Symbolfoto: dpaRotz ist eine Infektionskrankheit, die jetzt erstmals seit 1956 in Deutschland nachgewiesen wurde. Symbolfoto: dpa

pm/gp Bippen/Hannover. Bei einem Sportpferd aus einem Betrieb in Bippen (Landkreis Osnabrück) hat sich der Verdacht auf die Infektionskrankheit Rotz nun doch bestätigt.

Nach neuen Untersuchungen hat sich bei einem Sportpferd aus Bippen (Landkreis Osnabrück) der Verdacht auf die Infektionskrankheit Rotz nun doch bestätigt. Das meldete am Mittwochabend das Landwirtschaftsministerium in Hannover.

Das Pferd war im Rahmen einer routinemäßigen Untersuchung Ende November vergangenen Jahres aufgefallen. Das Tier sollte in die USA exportiert werden. Die Infektion des Pferdes wurde nach weitergehenden Untersuchungen des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) jetzt festgestellt. Im Dezember hatte es eine vorläufige Entwarnung gegeben. Das Pferd wurde seit November in dem Bippener Pferdebetrieb gehalten. In Deutschland war die Infektionskrankheit seit 1956 nicht mehr nachgewiesen worden.

Das Pferd hatte keinerlei klinische Symptome aufgewiesen. Um den Befund abzuklären, war das Tier im Dezember vergangenen Jahres gekeult worden, um es genau zu untersuchen. Nachdem bakteriologische Untersuchungen der Organe negativ verlaufen waren, wurden Hautproben jetzt gezielt molekularbiologisch untersucht. In diesen Proben hat das FLI nun Rotz-spezifische DNA nachgewiesen. Die Infektion wurde inzwischen amtlich bestätigt, meldete das Ministerium.

Da die anderen Pferde im betroffenen Bestand im Abstand von jeweils zwei Wochen dreimal negativ getestet wurden, gilt die Seuche in diesem Betrieb bereits als erloschen. Auf den Höfen, auf denen sich das Pferd vorher befand, werden nun weitere Untersuchungen durchgeführt. Wie und wo sich das Tier infiziert hat, ist bisher nicht geklärt.

Die Infektionskrankheit Rotz (Burkholderia Mallei) ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, die durch Bakterien verursacht wird. Sie tritt vornehmlich bei Einhufern (Pferde, Esel, Maultiere, Zebras) auf und wird durch Körpersekrete übertragen.

Die Erkrankung äußert sich bei Pferden meist durch kleine Knoten und Geschwüre an der Haut und den Schleimhäuten. Außerdem können die Tiere unter Symptomen wie Fieber, Atembeschwerden und Nasenausfluss leiden. Bei Pferden dominiert die chronische oder latente Verlaufsform, wodurch sich die Krankheit manchmal auch unerkannt verbreitet.

Rotz kann auch auf andere Säugetiere und auch auf den Menschen übertragen werden. Das betrifft in der Regel diejenigen, die engen Kontakt zu Pferden haben. Allerdings ist die Infektion für Menschen gefährlich und kann tödlich verlaufen. Bisher waren Ansteckungen bei Menschen selbst bei hohen Erkrankungshäufungen in der Pferdepopulation allerdings sehr selten.

Bis Anfang des 20. Jahrhunderts war Rotz weltweit verbreitet, wurde in Westeuropa und Nordamerika aber in den Fünfziger-Jahren weitgehend ausgerottet. In anderen Ländern gibt es in Abständen aber immer wieder Ausbrüche von Rotz.

In Deutschland trat der letzte Fall bei Pferden 1956 auf. Zuletzt war die Krankheit in Südamerika und Asien wieder vermehrt aufgetaucht.


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