FDP sieht Trend belegt „Eltern wählen Förderschule statt Inklusion“

Sieht Trend zu Förderschulen: FDP-Bildungsexperte Björn Försterling. Foto: NOZSieht Trend zu Förderschulen: FDP-Bildungsexperte Björn Försterling. Foto: NOZ

Hannover. In Niedersachsen werden Schulanfänger mit Sprachförderbedarf nach Erkenntnissen der FDP-Landtagsfraktion bevorzugt in Förderschulen statt in inklusive Grundschulen geschickt.

hab Hannover. In Niedersachsen werden Schulanfänger mit Sprachförderbedarf nach Erkenntnissen der FDP-Landtagsfraktion bevorzugt in Förderschulen Sprache statt in inklusive Grundschulen geschickt.

In einem Gespräch mit unserer Redaktion verwies FDP-Bildungsexperte Björn Försterling am Mittwoch auf Zahlen, die das Kultusministerium in der Beantwortung einer Anfrage von Landtagsabgeordneten der Liberalen nannte. Danach habe es zu Beginn des laufenden Schuljahres 902 Anmeldungen für die ersten Klassen der Förderschule Sprache gegeben, aber nur 435 Anmeldungen an Grundschulen für den Förderschwerpunkt Sprache.

Försterling zog daraus den Schluss, dass sich bei Wahlfreiheit „doppelt so viele Eltern für die Förderschule Sprache anstelle der inklusiven Beschulung entscheiden“. Auch in anderen Förderbereichen seien die Anmeldezahlen an den Förderschulen hoch. Vor diesem Hintergrund forderte der FDP-Politiker Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) auf, die Schulgesetznovelle mit der geplanten Abschaffung der Förderschule Sprache zurückzunehmen. „Die Eltern wissen besser, was gut für ihre Kinder ist, als die Kultusministerin“, bemerkte Försterling.

Auch CDU-Landtagsfraktionschef Björn Thümler forderte, auf die Abschaffung der Förderschulen Sprache und Lernen zu verzichten.

Unterdessen präsentierte das Hamburger Institut GMS auf Anfrage der CDU eine Umfrage, der zufolge es eine große Unzufriedenheit mit der Schulpolitik von Rot-Grün in Niedersachsen gibt. So hätten von den 1012 Befragten nur 20 Prozent die Politik der Regierung gutgeheißen, 39 Prozent aber eine klare Absage erteilt. Weitere 34 Prozent seien teilweise unzufrieden.

Höchste Priorität hat für die Niedersachsen laut GMS der Erhaltung der Gymnasien (57 Prozent) und des Leistungsgedankens (53 Prozent). 38 Prozent hätten als vordringlich den Verzicht auf weitere Schulreformen genannt. Die Errichtung von mehr integrierten Gesamtschulen sei von nur 23 Prozent als besonders wichtig eingestuft worden.

Thümler rief Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) auf, den „unsinnigen Entwurf“ eines neuen Schulgesetzes zu stoppen und die beabsichtigte Schwächung der Gymnasien fallen zu lassen.

Der SPD-Schulexperte Stefan Politze sprach von einer „manipulativen CDU-Umfrage“. Er versicherte, es gebe niemanden in der Regierung und Koalition, der die Gymnasien abschaffen wolle.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN