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14.01.2015, 18:44 Uhr

Der Druck wächst

Ein Kommentar von Hans Brinkmann


Tausende Schüler gingen in Hannover für Klassenfahrten auf die Straße. Foto: dpaTausende Schüler gingen in Hannover für Klassenfahrten auf die Straße. Foto: dpa

Hannover. Tausende Schüler haben in Niedersachsen gegen den Boykott von Klassenfahrten demonstriert. Dazu ein Kommentar:

Wohl selten haben Demonstrationen von Schülern in der Bevölkerung so viel Verständnis gefunden wie jetzt die Protestaktionen in Hannover und Stade.

Es ist wahrlich ein untragbarer Zustand, dass vor allem Gymnasiasten landesweit auf Klassenfahrten verzichten müssen, weil Lehrkräfte sich auf diese Weise für die ihnen von Rot-Grün aufgebrummte Mehrarbeit revanchieren. Der Konflikt wird damit auf dem Rücken von Kindern ausgetragen, denen gemeinschaftliche Ausflüge als prägende Erlebnisse der Schulzeit vorenthalten werden.

Der Boykott trifft aber nicht nur die Schüler, sondern zieht Kreise bis zur Unterbelegung von Jugendherbergen und Einbußen für Bus- und Bahnbetreiber. Wenn in Niedersachsen pro Jahr Tausende Klassenfahrten fehlen, wie das 2014 der Fall war, sorgt dies für immensen Schaden.

Mit dem Aufstand der Schüler und der Forderung von Eltern nach einer Lösung des Konflikts wächst der Druck auf die Verantwortlichen. Politik und Lehrerverbände müssen dafür sorgen, dass der Boykott von Klassenfahrten nicht zum Dauerzustand wird.

Aber die Fronten scheinen total verhärtet. Die Regierung will bei der Arbeitszeit nicht nachgeben, um keinen Präzedenzfall für ein Einknicken bei nötig erachteten Sparmaßnahmen zu schaffen. Die Lehrerfunktionäre wiederum fürchten um die Gefolgschaft ihrer Klientel, wenn sie von vielleicht zu hoch aufgetürmten Barrikaden herunterklettern. So viel Sturheit nervt.


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