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Vierte Verhandlungsrunde gescheitert Caritas-Tarifgespräche enden erneut ohne Einigung

Die vierte Tarifrunde bei der Caritas Nord endete ohne Einigung. Foto: Michael GründelDie vierte Tarifrunde bei der Caritas Nord endete ohne Einigung. Foto: Michael Gründel

Osnabrück/Hannover. Caritas-Arbeitgeber und Mitarbeiter in Niedersachsen und Bremen haben sich auch bei der vierten Tarifverhandlung in Hannover nicht einigen können.

Im Wesentlichen ging es um die Umsetzung einer Gehaltserhöhung, die 2014 auf Caritas-Bundesebene beschlossen worden war. Nun wird ein Vermittlungsverfahren eingeleitet. Der Kompromissvorschlag wird dann gültig, wenn es eine Dreiviertelmehrheit dafür gibt. Darüber entscheidet ein sechsköpfiges Gremium, das zu jeweils gleichen Teilen aus Personen dre Dienstgeberseite und der Mitarbeiterseite besteht.

Der Verhandlungsführer der Dienstgeber (Arbeitgeber), Werner Negwer, bedauerte das Scheitern. Die Dienstgeber hätten das Interesse gehabt, den „zähen Verhandlungsprozess“ zum Ergebnis zu führen. Daher seien sie der Forderung nach einem einheitlichen Tarif für alle Mitarbeitenden nachgekommen. Zuvor hatten sie eine Spartenregelung für die Altenhilfe vorgesehen. Demnach war geplant, dass die Mitarbeiter auf einen Teil der stufenweisen Lohnsteigerung nach einer bestimmten Betriebszugehörigkeit verzichten. Das ist nun vom Tisch.

„Schwierige wirtschaftliche Situation“

Die Arbeitgeber schlugen vor, die bundesweite Tariferhöhung bei der Caritas für alle Beschäftigten um 5,4 Prozent zeitversetzt zu verwirklichen. Statt einer Umsetzung in zwei Stufen rückwirkend zum 1. Juli 2014 und zum 1.März 2015 hätten die Dienstgeber für eine Verschiebung auf den 1. Januar und den 1. Dezember 2015 votiert. „Das war für uns nicht akzeptabel“, sagte Alfred Slewinski, Verhandlungsführer der Arbeitnehmer in der arbeitsrechtlichen Kommission der Caritas . Die Mitarbeiterseite forderte, die Zeitpunkte für die Umsetzung auf den 1. November 2014 und den 1. Mai 2015 vorzuverlegen. „Dieses Angebot, das nur geringfügig vom Bundesbeschluss abweicht, hilft uns nicht, die schwierige wirtschaftliche Situation, insbesondere in der stationären Altenhilfe, zu bewältigen“, zeigte sich Negwer enttäuscht.

Betroffen von den Tarifverhandlungen sind in der Caritas-Region Nord rund 40000 Beschäftigte, von denen 6000 in der Altenhilfe arbeiten. Die Arbeitgeberseite hatte in der Vergangenheit immer wieder betont, dass vor allem die Kostenträger in der Altenpflege in der Pflicht seien. Die Pflegesätze müssten erhöht werden, weil viele Einrichtungen von der Substanz lebten und sich die Löhne über die Pflegesätze kaum bezahlen ließen.

Vertreter Mitarbeitervertretungen hatten am Montag mit einer Mahnwache in Osnabrück auf ihre Forderungen aufmerksam gemacht.


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