Mordprozess in Osnabrück Hilflosen Mann in Spelle angezündet

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Vor dem Landgericht Osnabrück hat am Mittwoch der Prozess gegen einen 25-jährigen begonnen, dem Mord vorgeworfen wird. Foto: Ludger JungeblutVor dem Landgericht Osnabrück hat am Mittwoch der Prozess gegen einen 25-jährigen begonnen, dem Mord vorgeworfen wird. Foto: Ludger Jungeblut

Osnabrück. Körperverletzung und Mord wirft die Anklageschrift einem jetzt 25-Jährigen aus dem südlichen Emsland vor. Am Mittwoch hat vor dem Schwurgericht Osnabrück die Verhandlung begonnen.

Der Mann soll im Februar vergangenen Jahres nach einem Streit in Spelle seinen 23-jährigen Kontrahenten mit Fußtritten gegen den Kopf schwer verletzt und anschließend den hilflos am Boden liegenden Mann in Brand gesteckt haben. Das Opfer verstarb im Oktober an den Folgen der dabei erlittenen schweren Kopf- und Brandverletzungen.

Am Morgen des 8. Februar entdeckte ein Autofahrer den leblos wirkenden Körper eines Menschen auf dem Bürgersteig. Gemeinsam mit anderen Passanten leistet er Erste Hilfe und kümmerte sich bis zum Eintreffen der alarmierten Polizei um den Verletzten. Der ebenfalls herbeigerufene Notarzt hatte sofort ein Gewaltdelikt festgestellt, da das Opfer schwere Kopfverletzung sowie großflächige Verbrennungen aufwies. Der oder die Täter hatten Zweige aus einer am Grundstück stehenden Buchenhecke gebrochen und auf den Rücken, zwischen Arme und Rumpf sowie zwischen die Oberschenkel gelegt und angezündet.

Der Bewusstlose war mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht worden, wo die Ärzte einen Joch- und Nasenbeinbruch, einen Bruch der Augenhöhle sowie ein Schädel-Hirn-Trauma mit Hirnschwellungen diagnostizierten. Zudem waren 25 Prozent der Haut des Patienten mit Verbrennungen ersten bis dritten Grades bedeckt. Die schweren Verletzungen überlebte er nicht.

Der jetzt vor dem Schwurgericht in Osnabrück angeklagte 25-Jährige war schnell in Tatverdacht geraten. Er war als Letzter mit dem späteren Opfer gesehen worden, das Geschehen hatte sich zudem in unmittelbarer Nähe zu dessen Wohnung ereignet. In ersten Vernehmungen bei der Polizei in Lingen räumte der Verdächtige ein, mit ihm in Streit geraten zu sein. Infolge des starken Alkoholgenusses in der Nacht hatte er jedoch keine weitere Erinnerung an das Geschehen gehabt. So war es auch noch beim Prozessauftakt. Das Verhältnis zwischen ihm und den Getöteten beschrieb er vor Gericht als „freundschaftlich“.


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