Betrunkene Lehrer, Glühwürmchen-Kreisel, Teichabpumper Die 10 skurrilsten Geschichten aus der Region 2014

Kuriose Polizeieinsätze, teure Schnapsideen und verhinderte Helden: 2014 war ein bewegtes Jahr in der Region Osnabrück/Emsland. Fotos: dpa/noz/Montage: Benjamin BeutlerKuriose Polizeieinsätze, teure Schnapsideen und verhinderte Helden: 2014 war ein bewegtes Jahr in der Region Osnabrück/Emsland. Fotos: dpa/noz/Montage: Benjamin Beutler

Osnabrück. Betrunkene Lehrer führen zum Klassenfahrt-Abbruch, ein ganzes Dorf jagt Einbrecher, ein ungeschickter Handy-Besitzer will einen Teich leerpumpen und ein „Glühwürmchen“-Kreisel sorgt für Spott in ganz Deutschland. Die skurrilsten Geschichten schreibt immer noch das Leben. Die besten aus der Region Osnabrück/Emsland gibt es hier. Eine Auswahl.

2014: Das waren 365 Tage, 8760 Stunden oder 525.600 Minuten – jede Menge Zeit also für kuriose Polizeieinsätze, teure Schnapsideen und verhinderte Helden. Die 10 kuriosesten, regionalen Geschichten haben wir hier zusammengetragen. Eine Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Klassenfahrt-Abbruch wegen Betrunkener: Die Meldung hätte kaum für Aufsehen gesorgt – wären es Schüler gewesen, die in Hamburg über die Stränge schlugen. Der Sauf-Exzess fand allerdings unter Lehrern statt. Eine zehnte Klasse der Realschule Bramsche hatte das Nachsehen. Volltrunken stürzte einer ihrer beiden Betreuungslehrer die Treppe herunter. Danach war die Klassenfahrt vorläufig beendet – für alle Beteiligten.

Ein ganzes Dorf auf der Jagd: Wenn es ein Fleckchen auf der Landkarte gibt, das Einbrecher künftig meiden sollten, dann ist es Wippingen im Emsland. Sie haben dort einfach keine Chance. Am eigenen Leibe erfuhr dies ein mutmaßliches Diebes-Duo aus den Niederlanden. Nachbarn klingelten die Täter während des Einbruchversuchs aus dem Wohnhaus, andere umstellten ihren Fluchtwagen, ganz Wippingen jagte das Duo anschließend durch sämtliche Gärten des Dorfes, bis sich die Einbrecher in einer Scheune versteckten. Hier schob ein letzter Dorfbewohner den Riegel vor. Die Polizei musste nur noch den Rest erledigen. Viel war das nicht mehr.

Explosives Kamin-Futter: Knistern darf es im Kamin, knacken dürfen die Scheite, die Flammen flackern. Wenn aber der ganze Ofen mit einem lauten Kawumm in die Luft fliegt, ist irgendwas gehörig schief gelaufen. So passiert in Fürstenau: Panzermunition aus dem Zweiten Weltkrieg steckte in einem Stück Brennholz, das die Familie zum gemütlichen Beisammensein verfeuern wollte. Wie der Zündstoff dort hineingeriet? Die Holzscheite stammten aus dem Dachstuhl eines kurz zuvor abgerissenen Hauses. Genauer angesehen hatte sie sich offenbar niemand.

Die teuerste Schnapsidee des Jahres: „Für die einen ist das der kleinste Dancefloor der Welt – für die anderen die wahnwitzigste Geldvernichtung Deutschlands“: Worte, die das RTL-Magazin „Stern TV“ für den Kreisverkehr in Wallenhorst fand, hat die Gemeinde im Osnabrücker Land kaum etwas entgegenzusetzen. Sie sind einfach zu wahr. Fünf beleuchtete Gullydeckel zieren den überfahrbaren Kreisverkehr an der Wallenhorster Aral-Tankstelle. 10.000 Euro hat die Installation gekostet – Geld aus der Kommunalkasse. Immerhin: Der „Glühwürmchen-Kreisel“ brachte Wallenhorst deutschlandweit in die Schlagzeilen. Fernsehsender, Zeitungen und Onlineportale berichteten über die vermeintliche Schnapsidee. Vielleicht kurbelt sie ja sogar den örtlichen Tourismus an?

Wildunfall mal anders: „So einen kuriosen Unfall habe ich in 40 Dienstjahren erst einmal erlebt.“ Das sagt nicht irgendwer, sondern Werner Puschmann, seines Zeichens Dienstabteilungsleiter der Polizei in Bramsche. Zu einem profanen „Wildunfall“ waren die Beamten im Juli gerufen worden. Vor Ort bot sich ihnen allerdings ein alles andere als alltägliches Bild: Auf einem Feldweg war ein betrunkener Radfahrer mit einem Reh zusammengestoßen. Beim Sturz hatte er sich das Schlüsselbein gebrochen. Das Reh – immerhin – soll den Zusammenstoß unbeschadet überstanden haben.

Ein Teich passt nicht in die Camping-Toilette: Die Erkenntnis klingt logisch, musste sich bei einem vorübergehenden Ex-Smartphone-Besitzer aus Geeste aber erst durchsetzen. Sein Handy hatte der 16-jährige Dwight in einen Angelteich plumpsen lassen. Statt das Gerät verloren zu geben, entschloss Dwight sich, zu kämpfen – wenn auch mit einer wenig Erfolg versprechenden Methode. Der Plan: den rund zwei Millionen Liter Wasser fassenden Angelteich kurzerhand abzupumpen – und zwar durch eine Campingtoilette, die der Angelverein am Gewässer aufgestellt hatte. Dass der Fäkalientank des WC-Häuschens gerade einmal 1000 Liter fassen konnte: Dieses Detail übersah der 16-jährige Geester. Die Folgen für das Angler-Gelände: pure Verwüstung. Die Folgen für Dwight: deutschlandweit mediale Aufmerksamkeit und ein Werbevertrag mit einer Pumpenfirma. Den Spitznamen „Teichtölpel“ wird er wohl nicht mehr los.

Der schnellste Feuerwehr-Einsatz des Jahres: Bereitschaft rund um die Uhr ist für die Feuerwehr selbstverständlich. Es gibt aber einfach ein paar verflixt ärgerliche Alarm-Zeitpunkte. Das WM-Finale mit deutscher Beteiligung ist so ein Fall. Ausgerechnet 15 Minuten vor Anpfiff erreichte die Melleraner Feuerwehr im Juli ein Notruf. Zum Glück nichts ganz so Ernstes: Ein herabgefallener Ast versperrte den Gehweg. Und dann ging es richtig schnell: Klamotten an, ab ins Auto, ran an die Säge, weg mit den Zweigen, Flatterband wickeln und zurück. Pünktlich zum Anstoß saßen die Feuerwehrmänner wieder vor dem Fernseher. Mindestens ihr schnellster Einsatz des Jahres.

Feucht-fröhliche Magiershow: Der beste Zaubertrick des Abends? War überhaupt keiner – sondern ein Unfall. Aber der Reihe nach. Im Januar gastierten die Ehrlich Brothers in Osnabrück, ein deutsches Showmagier-Duo. Eine Entfesselungsnummer ist der Höhepunkt ihrer Darbietung. Aufwendige Pyrotechnik setzt die Nummer in Szene – normalerweise. In der Osnabrückhalle setzte sie die Sprinkleranlage in Gang. Dutzende Liter Wasser ergossen sich über das Publikum, die Stühle und das neue Parkett. An der Halle blieb zum Glück kein bleibender Schaden. Die Gäste trugen – wie kolportiert wird – auch keinen davon.

Verrechnet im Englisch-Abi: Wer in die Abi-Nachprüfung muss, hat meist zu wenig oder zu viel gepaukt. In Papenburg waren die Lehrer schuld. Wirklich! Am staatlichen Gymnasium fehlten den Schülern 20 Minuten Prüfungszeit für ihre Abi-Englisch-Klausur – eine Panne. Offenbar war ein Lehrer beim Eintragen der Prüfungszeit in der Zeile verrutscht. Kann ja mal passieren. Der Schulleiter entschuldigte sich bei den Abiturienten. Das Angebot, die Prüfung zu wiederholen, nahm kein Einziger von ihnen an.

Röhrenfernseher + Hauptbahnhof = Großalarm: Sie sind nicht besonders platzsparend, die Bildqualität könnte besser sein und in puncto Design wissen sie auch nicht wirklich zu überzeugen: Röhrenfernseher sind überholt – aber gefährlich? Nun ja, kommt drauf an, wo sie gefunden werden. Die Bundespolizei darf kein Risiko eingehen. Und so kam es, dass im Februar ein schnödes Röhrenempfangsgerät in Osnabrück beinahe den kompletten Zugverkehr zum Erliegen brachte. Der Bahnhof wurde gesperrt, die Polizei riegelte alles ab, Sprengstoffexperten rückten an. Der Mann, der den Fernseher – warum auch immer – in einem Bahnhofsimbiss abgestellt hatte, floh. Er stahl sich über die Toilette davon. Das Gerät, das er sonst offenbar ständig bei sich trug, musste er zurücklassen. Identifiziert wurde er bis heute nicht.

Jahresrückblick als E-Book

Eine umfangreiche Chronik der wichtigsten globalen und lokalen Ereignisse der vergangenen zwölf Monate versammelt jetzt das E-Book „Der NOZ-Rückblick 2014 – Global und lokal“.


0 Kommentare