Wohung gestürmt SEK-Einsatz in Hannover: Mann bedroht Mutter und Brüder

Von dpa

Absperrbänder vor einem Wohnhaus in Hannover: Die Polizei hat einen Mann festgenommen, der mehrere Menschen in einer Wohnung bedroht hat. Foto: dpaAbsperrbänder vor einem Wohnhaus in Hannover: Die Polizei hat einen Mann festgenommen, der mehrere Menschen in einer Wohnung bedroht hat. Foto: dpa

Hannover. Nachbarn vermuteten eine Geiselnahme: Mit einer Blendgranate hat das SEK in Hannover eine Wohnung gestürmt, in der ein Mann seine Mutter und seine Brüder bedroht hat. Die Polizei konnte den anscheinend verwirrten Mann schließlich überwältigen.

Mit einer Blendgranate hat die Polizei in Hannover eine Wohnung gestürmt, in der ein Mann Familienangehörige über mehrere Stunden mit dem Messer bedroht hat. Was genau sich in der Wohnung im Stadtteil Leinhausen am Sonntagvormittag abspielte, wurde nicht bekannt. Bei den Familienangehörigen handelte es sich um die 62 Jahre alte Mutter und die drei jüngeren Brüder des 41 Jahre alten Täters - zunächst war nur von zwei Brüdern die Rede gewesen.

Die Motive des Mannes blieben offen. Die Polizei teilte am Abend mit, es werde geprüft, ob der Täter aufgrund einer möglichen psychischen Erkrankung in eine Klinik eingewiesen werden müsse. Bei dem Einsatz wurden die Mutter des Täters und ein Polizeibeamter durch Bisse eines Diensthundes leicht verletzt.

Die Einsatzkräfte waren am Vormittag durch Hinweise von Nachbarn alarmiert worden. Diese hatten lautes Geschrei aus der Wohnung gehört, außerdem wurden Möbel umgeworfen. Als die Polizisten daraufhin an dem Mehrfamilienhaus klingelten, soll der Mann nach Zeugenaussagen damit gedroht haben, die Beamten mit einem Messer zu erstechen, falls sie in die Wohnung kämen.

Da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass der verwirrte Mann über eine Waffe verfügte, wurde der Bereich um das Haus großräumig abgesperrt, auch der Stadtbahnverkehr wurde unterbrochen. Der Täter zeigte sich nach Zeugenaussagen mehrfach mit einem Messer auf dem Balkon und warf ein Radio auf die Straße. Am Mittag griffen dann Beamte des Spezialeinsatzkommandos (SEK) Niedersachsen in der Wohnung im zweiten Stock des Hauses zu.

Eine Polizeisprecherin sagte, es sei zunächst unklar gewesen, ob die Familienangehörigen freiwillig in der Wohnung geblieben seien oder von dem Mann mit Gewalt dazu gezwungen wurden. „Es war keine Geiselnahme. Es wurden keinerlei Forderungen gestellt“, sagte sie.


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