Stärke 3,1 auf Richterskala Erdbeben in Cloppenburg: Ist Erdgasförderung der Grund?

Im Landkreis Cloppenburg hat die Erde gebebt. Zurückzuführen sind die Erschütterungen wahrscheinlich auf die Erdgasförderung in dem Bereich. Symbolfoto: dpaIm Landkreis Cloppenburg hat die Erde gebebt. Zurückzuführen sind die Erschütterungen wahrscheinlich auf die Erdgasförderung in dem Bereich. Symbolfoto: dpa

Osnabrück. Im Landkreis Cloppenburg hat am Freitagmorgen die Erde gebebt. Erschütterungen sollen im Umkreis von 15 Kilometern um das Epizentrum bei Emstek spürbar gewesen sein. Das leichte Erdbeben hatte eine Stärke von 3,1 auf der Richterskala. Ein Zusammenhang mit der Erdgasförderung im Gebiet ist wahrscheinlich.

Das Erdbeben meldete der Niedersächsische Erdbebendienst (NED) im Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie am Freitagnachmittag. Mehrere Anwohner aus den Ortschaften Emstek, Ahlhorn und Cappeln hätten am Morgen Hinweise auf die Erschütterungen gegeben, bestätigte Geophysikerin Monika Bischoff vom NED unserer Redaktion.

Die Erde bebte demnach um 5.12 Uhr. Messstationen in der Nähe des Epizentrums, aber auch im Harz und auf Helgoland verzeichneten die Erschütterungen. Ein Beben der Stärke 3,1 auf der Richterskala gilt als „sehr leicht“. Der Erdstoß werde vielfach als „deutliche Erschütterung wahrgenommen“, so Bischoff. In den seltensten Fällen gebe es jedoch Schäden.

Aus dem Schlaf erwacht

Auch im konkreten Fall lägen aus dem Landkreis Cloppenburg keine Schadensmeldungen vor. Ein Anwohner habe berichtet, dass ihn das Beben aus dem Schlaf weckte. Andere meldeten „einen lauten Knall“. Die Erschütterung im Untergrund erzeuge elastische Wellen, die an der Oberfläche ein akustisches Signal auslösen können, erklärte Bischoff.

Das Epizentrum des Bebens von Freitag liegt im Bereich des Erdgasfeldes Goldenstedt/Visbek in rund 10 Kilometer Tiefe. in dem Bereich fördert Exxon Mobil Erdgas. Schon in den Jahren 1998, 2002 und 2013 bebte hier nach Angaben des NED die Erde mit einer Stärke von 2,6 auf der Richterskala. Zuletzt wurde im September dieses Jahres ein Beben der Stärke 2,8 gemessen. „Ein Zusammenhang zwischen den seismischen Ereignissen und der Erdgasförderung wird vom NED daher als wahrscheinlich eingestuft“, hieß es in der Mitteilung von Freitag.

Keine Gefahr

Aufgrund der Schwäche der bisherigen Erdbeben im Bereich des Erdgasfeldes sei „keine generelle Gefährdung zu erwarten“, sagte Stefan Viola, Ingenieur im Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie unserer Redaktion. „In dieser Größenordnung gibt es daher keine bergbaurechtlichen Konsequenzen“. Generell müssten die Betriebspläne für Erdgasförderfelder alle ein bis drei Jahre vom Betreiber neu beantragt werden. Dabei würden mögliche „gemeinschädliche Auswirkungen“ in den Blick genommen.


Fragebogen:

Anwohner, die das Beben verspürt haben, können ihre Beobachtungen dem Niedersächsischen Erdbebendienst über einen Fragebogen auf der Internet-Seite des Landesamts für Bergbau, Energie und Geologie melden. Angaben der Anwohner werden für eine unabhängige Bestimmung des Epizentrums und zur Abschätzung der Auswirkungen des Erdbebens genutzt.

Hier geht es direkt zum Fragebogen.

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