Nächste Gespräche am 7. Januar Caritas: Dritte Tarifverhandlung endet ohne Einigung

Caritas-Arbeitgeber und Arbeitnehmer konnten sich auch in der dritten Verhandlungsrunde nicht einigen. Foto: Michael GründelCaritas-Arbeitgeber und Arbeitnehmer konnten sich auch in der dritten Verhandlungsrunde nicht einigen. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Caritas-Arbeitgeber und Mitarbeiter in Niedersachsen und Bremen haben sich auch in der dritten Verhandlungsrunde nicht einigen können. Der Gesprächsmarathon für die rund 42.0000 Beschäftigen in der Caritas-Region Nord endeten in der Nacht zum Dienstag ergebnislos. Die Verhandlungen werden am 7. Januar in Hannover fortgesetzt.

Die Mitarbeiter boten eine zeitliche Verschiebung der bundesweit vereinbarten Tariferhöhung für alle Beschäftigten an, um die Altenhilfe zu entlasten . Die Arbeitgeber rückten von ihrem Antrag ab, für die Beschäftigten in der stationären Altenhilfe eine sogenannte Spartenregelung zu vereinbaren, so dass es keine regelmäßige Gehaltsanhebung nach Berufsjahren gegeben hätte. Die Caritas-Arbeitgeber hielten aber an ihrer Forderung fest, die Tarifentwicklung für die 6.000 Mitarbeiter in den stationären Einrichtungen der Altenhilfe in Niedersachsen und Bremen gesondert zu regeln. Außerdem forderten sie eine Nullrunde in diesem Jahr.

„Zu jedem Zeitpunkt zu einer Lösung bereit“

„Die Mitarbeiterseite war zu jedem Zeitpunkt zu einer Lösung bereit, die solidarisch die Lasten auf alle Mitarbeiter verteilt“, erklärte Alfred Sliwinski, Vertreter der Arbeitnehmer. Der Verhandlungsführer der Dienstgeber, Werner Negwer, bedauerte, dass es nicht zu einer Einigung kam. „Die Dienstgeberseite hat deutlich das Interesse, den zähen Verhandlungsprozess zu Ende zu führen.“ Daher sei man der Forderung der nachgekommen, von einer Spartenregelung für die stationäre Altenhilfe abzusehen.

„Signal nicht gewürdigt“

„Dieses Signal ist leider von der Mitarbeiterseite nicht gewürdigt worden“, erklärte Negwer. Die Arbeitnehmer erklärten dagegen, die körperlich und psychisch schwierige Arbeit in der Pflege müsse sich auch in der Vergütung der Caritasbeschäftigten wiederfinden.

Streit um Zeitpunkt der Gehaltssteigerung

Das Angebot der Dienstgeber orientierte sich im Wesentlichen an den Eckpunkten der Caritas-Bundesebene. Demnach ist eine Gehaltssteigerung von 5,4 Prozent in zei Stufen vorgesehen, allerdings zeitlich versetzt. Anstelle einer Umsetzung in zwei Stufen rückwirkend zum 1. Juli 2014 und zum 1. März 2015 votierten die Dienstgeber für eine Verschiebung auf den 1. Januar 2015 und den 1. Oktober 2015. Die zweite Anhebung sollte für die stationäre Altenhilfe wegen der Konkurrenz zu den privaten Anbietern auf den 1. Januar 2016 verschoben werden.

Die Mitarbeiter wollten die Zeitpunkte für die Gehaltssteigerung auf den 1. November 2014 und den 1. April 2015 verlegen. „Dies hilft uns nicht, die schwierige Situation zu bewältigen“, erklärte Negwer.

Wenn sich Dienstgeber und Mitarbeiter am 7. Januar in Hannover nicht einigen, wird der Vermittlungsausschuss angerufen.


In der Regionalkommission Nord der Caritas verhandeln je sechs Vertreter von Dienstgeber- und Mitarbeiterseite (so heißen bei der Caritas Arbeitgeber und Arbeitnehmer). Das Gremium ist zuständig für die Bistümer Osnabrück, Hildesheim und den Offizialatsbeirk Oldenburg (das ist der niedersächsische Teil des Bistums Münster). In diesem Bereich arbeiten nach Caritas-Angaben rund 42.000 Mitarbeiter, davon etwa 6000 in der Altenhilfe.

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