Holländischer Nikolaus reist mit Boot an Sinterklaas mit schwarzen Helfern in Emden - Keine Proteste

Von dpa


Emden. In Gouda gab es bei der Ankunft des Nikolaus vor kurzem rund 90 Festnahmen. Am Wochenende hat Sinterklaas nun Emden einen Besuch abgestattet. Anders als in den Niederlanden gab es dort keine Proteste gegen die schwarz geschminkten Helfer des Nikolaus.

Weihnachtsgrüße vom holländischen Nikolaus für Niedersachsen: Mit seinen Helfern, den „Zwarte Pieten“, ist Sinterklaas am Samstag per Boot in Emden angekommen. Zwischenfälle gab es dabei - anders als vor zwei Wochen in Amsterdam und Gouda - nicht.

In den Niederlanden wird erbittert darüber gestritten, ob die schwarz angemalten Nikolaus-Helfer rassistische Vorurteile befördern. Vor zwei Wochen wurden beim Auftakt der Umzüge von Sinterklaas in den Niederlanden in Gouda mehr als 90 Demonstranten vorübergehend festgenommen, es gab Rangeleien und wütenden Proteste gegen die „Zwarte Pieten“. Auch in Amsterdam war ein Großaufgebot von Polizisten im Einsatz gewesen, um Störaktionen zu verhindern.

In Emden verlief dagegen am Wochenende alles ruhig - dort schaut der holländische Nikolaus seit Jahren mit seinen Helfern vorbei, um für Spaß zu sorgen. Hunderte Zuschauer bereiteten Sinterklaas im drittgrößten deutschen Nordseehafen ein begeistertes Willkommen, als er am Ratsdelft vom Boot aufs Ross umstieg und zum Weihnachtsmarkt der ostfriesischen Stadt ritt. Das Spektakel gilt als einer der Höhepunkte des nach einer Wappenfigur benannten traditionellen Emder Engelke-Weihnachtsmarktes.

Das höchste niederländische Verwaltungsgericht hatte vor knapp drei Wochen in einem Rassismusstreit entschieden, dass der Nikolaus bei seinem öffentlichen Einzug von den schwarz geschminkten Pieten begleitet werden darf. Sie streuen Pfeffernüsse und bringen Kindern Geschenke. Nach Ansicht vieler Niederländer sind ihre dunklen Gesichter kein Symbol der alltäglichen Diskriminierung, sondern stammen vom Ruß der Schornsteine - durch die klettern die lustigen Helfer der Legende nach, um in den Wohnstuben die Geschenkpäckchen abzulegen.

Die Kläger erwägen nun aber, vor den Europäischen Gerichtshof zu ziehen. Sie halten die „Zwarte Pieten“ für ein Symbol der grausamen Sklavenzeit. Auch das Amsterdamer Verwaltungsgericht hatte befunden, die Mohren seien ein „negatives Stereotyp des schwarzen Menschen“. Dieses Urteil hob das höchste Gericht des Landes aber im November wieder auf.