Gänsehalter fordern Ausnahmen Stallpflicht auch in Cloppenburg und Vechta

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Immer mehr Geflügel muss eingestallt werden. Foto: dpaImmer mehr Geflügel muss eingestallt werden. Foto: dpa

hab/df Osnabrück. Zur Verhütung der Vogelgrippe setzt das niedersächsische Landwirtschaftsministerium vorerst auf eine regionale Stallpflicht.

hab/df Osnabrück. Zur Verhütung der Vogelgrippe setzt das niedersächsische Landwirtschaftsministerium vorerst auf eine regionale Stallpflicht.

Ein Sprecher des Agrarressorts sagte am Dienstag, man halte zunächst einmal daran fest, dass die Landkreise jeweils eine Risikobewertung vornehmen und dann von sich aus darüber entscheiden, ob das Geflügel von der Freilandhaltung in Ställe beordert werden soll. „Die Kreise sind näher dran“, hieß es.

Die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim hatten bereits am Freitag letzter Woche eine Stallpflicht angeordnet, nachdem im nahe gelegenen holländischen Grenzgebiet das Vogelgrippevirus vom Typ H5N8 nachgewiesen worden war.

Zuvor hatte man die Grippe erstmals bei einem Wildvogel auf der Insel Rügen nachgewiesen. Dies nährte die Befürchtung, dass das Virus durch Wildvögel auf Geflügelbestände in Freilufthaltung übertragen werden könnte.

Nach dem Emsland und der Grafschaft kündigten am Dienstag auch die Landkreise Cloppenburg und Vechta an, eine Stallpflicht für ihre Bereiche zu verfügen. Eine entsprechende Verordnung soll am Donnerstag in Kraft treten.

Mit diesen Landkreisen gilt die Stallpflicht nun für die zentralen Haltungsgebiete in Niedersachsen. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums werden in diesem Bundesland insgesamt 90 bis 100 Millionen Vogeltiere gehalten, davon allein 30 bis 35 Millionen im Emsland, 13 Millionen im Kreis Cloppenburg und neun Millionen in der Grafschaft Bentheim. Die Zahl der Tiere, die nun eingestallt werden müssen, bezifferte ein Sprecher allein für das Emsland und die Grafschaft auf rund 3,5 Millionen.

Der Verband der Geflügelwirtschaft hatte zuvor eine generelle Stallpflicht zumindest für Weser-Ems gefordert. Die CDU-Landtagsfraktion verlangte sogar eine Ausdehnung auf das ganze Land. Nur so könnten die Geflügelbestände in Niedersachsen vor einem Kontakt mit Wildvögeln geschützt werden.

Agrarminister Christian Meyer (Grüne) begrüßte hingegen den mit seinem Ressort abgestimmten Erlass einer Stallpflicht in regionalen Risikogebieten. In Hannover wartete man am Dienstag noch auf eine Risikoanalyse durch das Friedrich-Loeffler-Institut.

Unterdessen verlangten die Gänsehalter angesichts der in zahlreichen Regionen erlassenen Stallpflicht für Geflügel eine Ausnahme für Gänse. Im Gespräch mit unserer Redaktion sagte Bundesverbandsvorsitzender Lorenz Eskildsen am Dienstag zu der Maßnahme gegen eine Einschleppung der Vogelgrippe: „Die Gans muss raus.“

Die Tiere würden traditionell in Freilandhaltung leben. Dementsprechend gebe es keine ausreichenden Stallkapazitäten, betonte der Verbandsvertreter.

Eskildsen verwies darauf, dass die Schlachtungen der Gänse für das anstehende Weihnachtsfest bereits angelaufen seien. „In drei bis vier Wochen hat sich das Problem erledigt. Wir fordern daher Ausnahmen.“ Der Vorsitzende des Bundesverbandes Bäuerliche Gänsehaltung warnte vor einer mehrmonatigen flächendeckenden Stallpflicht: „Das würde das Aus der Gänsehaltung in Deutschland bedeuten.“


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