Stallpflicht für Weihnachtsgans der Kanzlerin Vogelgrippe: Cloppenburg und Vechta holen Tiere in Ställe

Von dpa

Ab in den Stall: Als Vorsichtsmaßnahme gegen die Vogelgrippe holen auch die Kreise Cloppenburg und Vechta ihre Geflügelbestände von den Freiflächen. Foto: dpaAb in den Stall: Als Vorsichtsmaßnahme gegen die Vogelgrippe holen auch die Kreise Cloppenburg und Vechta ihre Geflügelbestände von den Freiflächen. Foto: dpa

Cloppenburg. Als Vorsichtsmaßnahme gegen die Vogelgrippe holen auch die Kreise Cloppenburg und Vechta ihre Geflügelbestände in die Ställe. Eine entsprechende Verfügung tritt am Donnerstag in Kraft. Im Emsland herrscht bereits Stallpflicht.

Die Vorsichtsmaßnahme verkündeten die Sprecherinnen der Kreise am Dienstag. Bereits am Freitag hatten die Kreise Emsland und Grafschaft Bentheim die Einstallung von Geflügel angeordnet, nachdem in der benachbarten niederländischen Region die hochansteckende Krankheit auf einem landwirtschaftlichen Betrieb festgestellt wurde.

Zur Verhütung der Vogelgrippe setzt das niedersächsische Landwirtschaftsministerium vorerst auf eine regionale Stallpflicht. Ein Sprecher des Agrarressorts sagte am Dienstag, man halte zunächst einmal daran fest, dass die Landkreise jeweils eine Risikobewertung vornehmen und dann von sich aus darüber entscheiden, ob das Geflügel von der Freilandhaltung in Ställe beordert werden soll. „Die Kreise sind näher dran“, hieß es.

Wildvogel erkrankt

Auf der Insel Ummanz bei Rügen war am Wochenende das gefürchtete Vogelgrippe-Virus H5N8 erstmals in Europa bei einem Wildvogel – einer Krickente – nachgewiesen worden. Das Friedrich-Loeffler-Institut arbeitet derzeit an einer neuen Risikobewertung.

Bislang hält in Niedersachsen das Landwirtschaftsministerium an der Linie fest, dass die Kreise eine Risikobewertung vornehmen und in eigener Verantwortung über eine Einstallung des Geflügels entscheiden. „Die Landkreise sind näher dran“, sagte ein Sprecher.

NRW orientiert sich an Flugrouten

Zum Schutz vor der gefürchteten Vogelgrippe muss das Geflügel in Nordrhein-Westfalen auf knapp zehn Prozent der Landesfläche in den Stall. Das hat NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) am Dienstag in Düsseldorf angekündigt. Die Stallpflicht orientiert sich an den Flugrouten und Rastplätzen der Wildvögel, diese Gebiete gelten als Risikoregionen. Mit dem Einsperren des Geflügels soll eine Übertragung des Vogelgrippe-Virus H5N8 von Wildvögeln verhindert werden. Die Maßnahme könnte das Leben zahlreicher Weihnachtsgänse verkürzen, wenn die Stallkapazitäten nicht reichen sollten.

Die Flächen wurden am Dienstag veröffentlicht: Sie liegen in den Kreisen Soest, Minden-Lübbecke, Lippe, Herford, Gütersloh, Paderborn, Wesel, Kleve, Borken und Coesfeld sowie in den Städten Duisburg, Krefeld, Düsseldorf, Bottrop, Münster und Leverkusen.

Stallpflicht für Weihnachtsgans der Kanzlerin

Gemeinsam mit den 13 Millionen Hühnern, Enten und Gänsen in Mecklenburg-Vorpommern muss auch die Weihnachtsgans von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wegen der Vogelgrippe in den Stall. Die Pommersche Gans sei noch am Sonntag zusammen mit ihren Artgenossen eingestallt worden, sagte der frühere Landrat von Nordvorpommern, Wolfhard Molkentin, am Dienstag auf dpa-Anfrage.

Seit Jahren bezieht Kanzlerin Merkel die Weihnachtsgans vom Pensionär und Hobbygeflügelhalter Molkentin, der die Tiere in Freilandhaltung zur Schlachtreife großzieht.


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